Ein weiteres Rätsel?
,,SCHNELL! UM DIE ECKE!” brüllte Ventur und gab seinen Kameraden mit seinem Gaussgewehr Deckung. Die Geschosse zerrissen die Luft und ebenfalls das mörderische Gekreische ihrer Feinde.
,,Verdammte Scheiße! Was sind das für Dinger!?” preschte Klopfer um die Ecke und versuchte mit gezielten Schüsse diese mutierte Brut auf Distanz zu halten. Die beiden Space-Marines standen mit den Rücken zur Wand, im wahrsten Sinne des Wortes und versuchten einen Korridor zu halten, der schon lange vom Feind besetzt war.
Sie hatten gegen die Infizierten im Hangar gekämpft, doch diese Monster waren anders. Viel intelligenter.
Meter für Meter rückten sie vor und suchten jede Deckung. Ventur packte an seine Hüfte und entsicherte seine letzte Granate.
,,Viel Spaß in der Hölle, ihr Arschlöcher.” brüllend warf er den rötlich blickenden Zylinder um die Ecke und hoffte auf einen vernichtenden Schlag, doch es kam alles anders. Die Infizierten, die sich innerhalb einer blauen und bedauerlicherweise auch modernen Variante der Servo-Rüstung befanden, agierten so anders, ja menschlich.
,,GRANATE!” vernahm er eine verzerrte, beinahe wässrige Stimme eines infizierten Space-Marines, welche auch sofort darauf reagierten.
Während von den fünf Infizierten, vier Stellung annahmen und sie unter Feuer nahmen, preschte eine dieser Monstrositäten nach vorne, packte die Granate mit seinen abartigen Auswüchsen, welche wahrscheinlich einmal eine Hände waren, und schleuderte sie in Richtung der beiden Freunde.
Ventur, der das ganze Geschehen kaum fassen konnte, schrie mit panisch vibrierender Stimme.
,,LAUF! VERDAMMT NOCHMAL LAUF!” packte er seinen Kameraden an den Arm und lief los. Serius von Kar war für einen Moment wie paralysiert, aber als er das metallische Geräusch der Granate von der ihnen nahen Wand abprallen hörte, peitschte das Adrenalin durch seine Adern und riss in mit brachialer Gewalt aus seinem Schockzustand.
Schwerfällig stampften die beiden Space-Marines weg von der Granate und hofften ihren Vernichtungsradius zu entkommen, aber wie das so mit Hoffnungen ist, werden sie meist vom Schicksal zerschlagen.
Einer lauter Explosion folgte eine Feuerwelle, die mit einer irrsinnigen Geschwindigkeiten an den Wänden des stählernen Korridors entlang ritt und alles in sich zu verschlingen drohte.
Da sich Feuer nach oben ausbreitet, warfen sich Ventur und Serius von Kar flach auf den Boden und hielten sich die gepanzerten Arme vor das Visier. Zwar besaßen ihre Rüstungen eine gewisse Feuerresistenz, allerdings galt das nicht für ihre Visiere, diese waren aus billigen Materialen hergestellt worden, fast alles, was die Konföderation erschaffen hatte, war nur für den eigenen Vorteil gedacht und diente nicht den Schutz ihrer Soldaten.
Die Flammenwalze schob sich über Serius von Kar und seinem Freund hinweg, aber sie konnten selbst durch die dicken Panzerplatten innerhalb der Rüstung, die Hitze auf ihrer Haut spüren. Bei modernen Servorüstungen war dies nicht mehr der Fall.
Schnell kam das Duo wieder auf die Beine und rannte los, denn die infizierten Space-Marines hatten sie nicht vergessen. Wie Tiere tobten diese Monster um die Ecke und gaben einige, unkontrollierbare Feuerstösse aus ihren Gaussgewehren ab. Glücklicherweise waren sie mehr Tier als Mensch, weshalb kein Einziger ihrer Schüsse sie traf.
Auch Ventur gab einige ungezielte Schüsse auf die Infizierten ab, da er sich allerdings im vollen Lauf befand, wäre es ein Glücksfall gewesen, wenn er etwas getroffen hätte.
Trotz ihrer abwechselnden Feuerstösse kamen die Bastarde immer näher. Sie gingen sehr koordiniert vor, was für einen Infizierten neu war. Auch die Tatsache, dass sie ihre Waffen benutzen war ihnen vollkommen fremd.
Normalerweise liefen Infizierte auf ihre Opfer zu und explodierten an Ort und Stelle, um möglichst viele Seelen für den Schwarm zu verschlingen. Ihre eigene Lebendigkeit spielte keine Rolle, aber diese Infizierten waren vollkommen anders. Eigentlich hatte Ventur gedacht, es könnte nicht schlimmer kommen, jedoch waren diese Monster der Beweis, es kann noch viel schlimmer kommen.
,,MAN! DIESE TYPEN SIND WIE SCHEISSE UNTERM SCHUH! MAN WIRD SIE EINFACH NICHT LOS!” zeterte Serius von Kar und schob sich in eine Nische des Korridors. Ventur tat es ihm gleich. Jetzt hatten sie etwas Deckungen, denn ab hier auf den langen Korridor befanden sich sehr viele Nischen, in den sich ein Space-Marine problemlos zwängen konnte.
Sie hätte auch in die einzelnen Räume und Labore flüchten können, die sich ihnen auf der Flucht angeboten hatten, doch da sie vollkommen die Orientierung verloren hatten, wollten sie nicht in einem Raum flüchten, welcher vielleicht nur einen Eingang und Ausgang hatte.
Junge Rekruten machten diesen Fehler öfter und suchten überall Deckung, ohne vorher die Gegebenheiten des Geländes zu kennen. Das kostete ihnen auch oftmals das Leben. Jedoch war das Duo schlauer, denn sie wussten der Korridor war ein in sich geschlossener Kreislauf, weshalb sie immer flüchten konnten und sich nicht am Ende in einer Mausefalle befanden.
Die Infizierten stießen ein widerliches Fauchen aus und suchten fieberhaft Deckung. Scheinbar hatten sie einen Anführer, denn ein infizierter Space-Marines mit einem goldenen Stern auf den rechten Schulterpanzer, gab einige Handzeichen und die Restlichen richtete sich danach.
Ihr Verhalten war höchst merkwürdig, man möchte schon sagen, es war “menschlich”!
,,Mir wächst das Seegraß aus der Hose. Was machen die? Sind das wirklich Infizierte oder was ist hier los?!” fasste sich Serius an den Helm, als ob es irgendetwas bringen oder gar diese seltsame Wandlungen der Infizierten erklären würde.
,,Wenn sie sich wie Menschen verhalten, vielleicht sind sie es auch.” sprach Ventur laut seine Vermutung aus, obwohl sie doch ziemlich unsinnig war. Wie konnte so was abscheuliches ein Mensch sein? Ganz nach der Maxime:,, Es kann nicht sein, was nicht sein darf!” Eine typische menschliche Sichtweise und Teil ihrer Natur. Auch wenn die Terraner nun durch den Weltraum reisen , andere Planeten kolorieren konnten und gegen außerirdische Mächte kämpften, so waren sie ebenfalls Opfer ihrer eigenen Mentalität. Neuartiges wird immer skeptisch betrachtet. Ein Schlagwort fiel ihm dazu ein. Das schwarze Mittelalter, wo die Kirche sämtliche Neuerungen verbat. Serius hatte ihm davon erzählt und auch davon, dass die Menschheit vielleicht heute wesentlich technologisch höher entwickelt sein könnten, als die Protoss, schließlich hatte das schwarze Mittelalter über 800 Jahre jeden Fortschritt im Keim erstickt, so auch die moralische und ethische Entwicklung des menschlichen Geistes.
Serius hatte einmal gesagt,:,, Wie kann sich unser Geist ungehindert entwickeln, wenn wir vor verschlossenen Toren stehen?” Vielleicht stimmt das. Vielleicht hätte sie die Infizierten dann auch anders bekämpft. Zumindest wäre ihr Verständnis wesentlich höher entwickelt. Zumindest glaubte das Ventur.
Mittlerweile hatten sich die Infizierten in die Labore zurückgezogen und wartete auf ihre Gelegenheit. Sie schienen genau so wissen, dass sie selbst in der Überzahl ohne Deckung verloren gewesen wären.
,,So langsam frage ich mich wirklich, ob wir hier gegen Zerg kämpfen oder gegen etwas “Anderes”.” zischte Klopfer, wagte sich aber nicht aus seiner Deckung hervor.
,,IDENTIFIZIEREN SIE SICH!” forderte Ventur die infizierten Space-Marines auf. Er hatte zwar nicht mit einer Reaktion gerechnet, aber eine stark verzerrte Stimme, die ständig sich in ihrer eigenen Resonanz wiederspiegelte, antwortete:,,Major Arthur Steiner. Dienstnummer: 145-7896-321#. Exekutive Gewalt im Dedaluskomplex.”
Voller Unglauben trafen sich die Blicke von Serius von Kar und Ventur. Die Pupillen Steckkopfnadelgroß und kalter Angstschweiß auf der Stirn. Sie konnten es einfach nicht realisieren. Ein Infizierte hatte mit ihnen gesprochen, aber warum griff er sie an? War es vielleicht doch ein Zerg und dieser benutzte das Wissen seines Wirtes dazu, um sie aus der Deckung zu locken? Oder war es vielleicht das letzte bisschen ihrer Menschlichkeit. Den Teil der Seele, den der Zergvirus nicht vernichten konnte?
Plötzlich hörten sie laute Geräusche aus den Laboren kommen und metallisches Quietschen über einen gefliesten Boden.
,,Was haben diese Bastarde vor? Bauen die sich nen Tunnel?” warf Ventur ein und so unwahrscheinlich war diese Vermutung nicht, denn von den Zerg infizierte Menschen konnten genau wie die Zerg, sich in der Erde vergraben. Wie sie das machten, war schwerlich zu erklären. Vielleicht konnten sie durch die zusätzlichen Extremitäten ein Loch buddeln oder sie besaßen eine Art Säure, die das für sie erledigte. Es war ihm unklar, aber er wollte auch nicht warten, bis diese Scheusale plötzlich aus der Wand kamen.
Gerade als Ventur sich für einen riskanten Sturmangriff bereitmachte, kamen aus den Eingängen der Korridore zusammengeschusterte Barrikaden. Umgekippte Schränke aus Eisen, Kisten und alles andere, was die Infizierten finden konnten, sogar ein abgerissen Monitor war deutlich in der Barrikade zu sehen.
Die Infizierten waren wesentlich intelligenter als man es dachte. Solche Taktiken waren zu hoch für die Zerg oder sie brauchten sie einfach nicht, jedoch zweifelten das dynamische Duo langsam, dass dies wirklich Infizierte waren, auch wenn sie so aussahen. Aber was konnten sie sonst sein? Sie sahen aus wie Zerg. Über ihre Rüstung wuchsen seltsame Geflechte aus Fleisch und diese schienen auf den stählernen Rüstungen zu atmen. Es war einfach widerlich. Gleiches galt auch für den Rest ihres grotesken Aussehen. An manchen Stellen war die Servo-Rüstung aufgebrochen und spitze Stacheln oder gebogene Klauen suchten ihren Weg ins Freie. Die Gesichter dieser Wesen konnte sie ebenfalls erkennen, da sie sich nicht hinter ihren Visieren versteckten. Einige wirkten noch normal, nur dass ihre Augen schmaler geworden waren und rot leuchteten. Andere hat eine organische Wucherung im Gesicht, die einem Pilz sehr ähnlich sahen. Nur der Major, also der Anführer dieser infizierten Space-Marines sah vollkommen anders aus. Seine Augen leuchteten ebenfalls rot, aber er hatte keine Wangen mehr. Sein Kiefer schien in der Mitte halbiert zu sein und nadelspitze Zähne saßen auf den beiden Hälften. Die Nase war vollkommen weg, nur zwei kleine schwarze Löcher dienten wohl dazu.
Ventur könnte sogar schwören, dass diese Ausgeburt keine Haare mehr hatte und unter dem Helm eine Art Knochenkamm trug, ähnlich wie er es von den Zerglingen und Hydralisken kannte.
,,Ich werd noch bescheuert....” gab Serius misslaunig von sich, denn nun änderten die Infizierten ihre Strategie. Hinter der Barrikade versteckten sie sich und schoben sie langsam nach vorne.
,,Willkommen in meiner Welt, alter Freund.” lachte Ventur, der sich scheinbar in eine Art Schockzustand befand. Statt wie ein normaler Mensch zu reagieren und sich endlich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst zu werden, schien die Vogelscheuche vollkommen durchzudrehen.
Er legte das Gewehr an und schoss willkürlich auf die Barrikade. Normalerweise war ein Gaussgeschoss so unglaublich schnell, dass es einen eisernen Schrank durchschlagen konnte, aber die Infizierten hatten ihre Barrikade wohl noch zusätzlich verstärkt. Seine Geschosse fanden kein Ziel und blieben in der Deckung ihrer Feinde wirkungslos stecken.
Sich ihres Sieges vollkommen sicher, erwiderten die infizierten Space-Marines nicht das Feuer. Warum auch, schließlich wäre es ohnehin nutzlos gewesen.
,,VERDAMMT! DIE MISTVIECHER!” brüllte Klopfer gegen das donnernde Gaussgewehr von Ventur an, doch dieser hörte plötzlich auf zu Feuern und überraschte durch eine wahnwitzige Aktion. Statt in seiner Deckung zu warten, sprang er aus selbiger und rannte auf die Infizierten zu. Für Serius von Kar verlief das weitere Geschehen wie in Zeitlupe ab. Die Infizierten hatten ebenfalls mit so was nicht gerechnet und nahmen wieder Haltung an. Sie schwangen ihre monströsen Auswüchse, die zwischen Tentakeln und klauenbesetzten Pranken variierten, aber schienen selbst nicht in der Lage die Attacke der Vogelscheuche einzuordnen.
Es war ein heroischer Moment, als Ventur einer Katze gleich über die Barrikade sprang und mit ausgestreckten Armen die Infizierten zu Boden riss. Dabei rollte sich der Space-Marines ähnlich einen alten Ritter ähnlich seitlich ab und kam mit den gewonnen Schwung wieder auf die Beine. Ohne auch nur eine weitere Sekunde zu verlieren, drückte er den Abzug seines C-14-Gaussgewehres und streckte zwei der Infizierten mit mehreren Feuerstößen nieder. Er schien nicht er selbst zu sein, denn er genoss förmlich das Mündungsfeuer, das Geräusch, wenn sich die Kugel durch die Servo-Rüstung bohrten und tief in das Fleisch dieser unseligen Kreaturen gruben. Keine Gefahr mehr wahrnehmend. So hatte auch nicht bemerkt, wie ihn der Anführer dieser Infizierten von hinten überraschte und mit einem mörderischen Hieb seiner übergroßen krallenbewehrten Hand zu Boden warf.
,,DU WIRST LEIDEN! DU WIRST SO ENTSETZLICH LEIDEN! FÜR NENDRAN!” schossen aus den seitlichen Wucherungen am Kopf des Infizierten, durch einen Hautlappen verdeckte Stacheln, welche er auch sofort auf Ventur abfeuerte, aber soweit kam es nicht. Denn genau in diesem Moment stürmte Serius von Kar nach Vorne und nahm die triumphierende Bestie unter starken Beschuss.
Von den plötzlichen Schmerz abgelenkt, bohrten sich die Nadeln nicht wie geplant in den tollkühnen Ventur, sondern einige Zentimeter links von ihm. Diese organischen Nadelgeschosse wurden mit einer solchen Wucht abgefeuert, dass sie sich bis zur Hälfte in den eisernen Boden bohrten.
Die Vogelscheuche nutzte die Ablenkung, rollte sich zur Seite, und benutzte die Barrikade als Hebel, um wieder auf die Beine zu kommen.
Der Anführer der Infizierten blutete und er schien sich dessen auch bewusst zu sein. Diese schlickartige Masse, die seinen Oberkörper verließ und mit einem ekligen, schmatzenden Geräusch auf den Untergrund der Ebene klatschte, war wohl einmal Blut gewesen.
,,ICH.....ICH.....ICH BLUTE! RÜCKZUG! RÜCKZUG!” realisierte der Infizierte panisch und packte daraufhin hastig den Leichnam eines toten Space-Marines und warf ihn den dynamischen Duo entgegen.
Es war erstaunlich. Normalerweise konnte ein Space-Marine zwar schwere Sachen heben, war aber nicht in der Lage einen anderen Space-Marine samt Rüstung zu tragen oder gar zu werfen. Der Zergvirus hatte wohl auch den Infizierten mit zusätzlichen Muskeln ausgestattet.
Mit einer solchen Reaktion hatten Ventur und Klopfer nicht gerechnet und mussten leider mit ansehen, wie die restlichen drei Infizierten schnell hinter der nächsten Ecke verschwanden.
Genau in diesem Moment, als hätte sich das Schicksal einen weiteren bösen Scherz erlaubt, kamen aus entgegengesetzter Richtung Bulldog und ihr Anführer Demion Claw. An ihrer Körpersprache sah man eine gewisse Ratlosigkeit.
,,Was zum Geier ist hier passiert.” verlangte der Totenkopfjäger eine Antwort und bekam auch eine.
,,Das wirst du uns nicht glauben....”erwiderte die Vogelscheuche und fiel in eine barmherzige Ohnmacht.........
Unerwartete Hilfe
Der plötzliche Kampf mit den Infizierten und dessen seltsamer Ausgang hatte seinen Tribut gefordert. Ventur hatte einen kurzfristigen Nervenzusammenbruch erlitten, der zu seiner wahnwitzigen Aktion und letztendlich zu seiner Ohnmacht führte.
Während um die Vogelscheuche die Welt in Finsternis versank, so wurde sein regungsloser Körper von seinen Kameraden getragen. Es war selbstverständlich das Bulldog den Löwenanteil an Gewicht mit sich trug, schließlich war er bei Weitem stärker als sein Team.
Serius von Kar, der blonde Space-Marine mit den überlegenem Intellekt, musste ebenfalls anpacken, denn Ventur war gerade durch seine Rüstung viel zu schwer. Ihr Anführer Demion Claw musste diesen Rettungseinsatz überwachen und gleichzeitig vorangehen, denn schließlich war er das einzige Bollwerk gegen die Infizierten. Bei einem unvorsehbaren Angriff hätten weder Bulldog noch Klopfer rechtzeitig reagieren können. Diese Verantwortung oblag nun ihm. Und als wäre dies nicht schon genug gewesen, wurden sein Geist von alten Erinnerungen erschüttert, manche davon so grauenhaft, dass er sie nur mittels seiner Drogeninjektionen ertragen konnte, jedoch hatte er keine mehr dabei.
Nun hatte der Totenkopfjäger gegen zwei Feinde zu kämpfen. Einmal mit den Gefahren um sich herum und mit dem Chaos, welches seine Seele geißelte.....
,,Vorsichtig jetzt.” warnte Demion von Claw sein mutiges Team und zählte langsam mit seinem Fingern bis drei.
Sie hatten mittlerweile die siebte Ebene verlassen und waren durch das weite Treppenhaus eine Ebene weitergegangen. Unglücklicherweise konnten sie nicht mehr weiter, denn ab hier war jeder Abstieg nur noch von Ebene zu Ebene möglich. Dies war wohl eine Sicherheitsvorkehrung, damit keiner durch einen Aufzug oder durch das Treppenhaus entkommen konnte. Sie mussten also nun die achte Ebene betreten und ihr Ende erreichen, damit sie von dort aus zur neunten Ebene gelangen konnten.
Es war schon etwas skurril sich in einem Treppenhaus zu befinden, welches so weit und geräumig war, dass zwei Panzer bequem aneinander vorbeifahren konnten. Auch war die Beleuchtung wesentlich besser und gestattete ihnen ihre Umgebung nahtlos zu erfassen.
Vorsichtig legten Bulldog und Klopfer ihren bewusstlosen Kameraden ab und nahmen ebenfalls Haltung an, schließlich mussten sie sich jetzt auf feindlichen Widerstand gefasst machen. Nur eine graue Stahltür stand zwischen ihnen und der achten Ebene. Nicht das diese Tür in irgendeiner Form und Weise einen Fußtritt seitens eines Space-Marine stand gehalten hätte oder überhaupt einen Schutz vor tödlichen Projektilen bildet, nein, sie war einfach nur im Weg und versperrte ihnen die Sicht.
Aus diesem Grund hatte der Totenkopfjäger sich auf einen taktischen Sturmangriff vorbereitet. Die Türe einfach zu öffnen würde zu lange dauern und man wusste nicht was für Kreaturen dahinter lauerten. Jedoch sprach die silberfarbene, teilweise durch die ständige Benutzung verfärbte Türklinke Bände. Sie war von einem dünnen Film durchsichtigen Schleim überzogen.
Demnach war Eintreten die einzige und logische Alternative. Und dies tat er auch. Ein lautes Knallen, rasch gefolgt von dem sich verbiegenden Metall und ein unüberhörbares Donnern waren zu hören, als die deformierte Stahltür mit brachialer Gewalt aus den Angel getreten wurde und als Erstes die neunte Ebene betrat.
Blitzschnell richteten sie ihre Waffen in die unendliche Finsternis vor ihnen und wartete wie gespannt auf den Sturm von mordlüsternen Infizierten und anderen Kreaturen, aber nichts geschah. Es war einfach nur still. Nur das Echo der eingetretenen Stahltür war noch leise im Hintergrund zu hören.
Nur eine unendliche Wand aus vollkommener Schwärze breitete sich wie ein Nebel vor ihnen aus.
Die Männer verharrten und bewegten sich nicht, denn sie hofften etwas über die empfindlichen Mikrofone an der Außenseite ihrer Servorüstungen zu hören, jedoch wurden sie enttäuscht. Nichts als perfekte Stille. Wie in einem Grab.
,,Mir gefällt das nicht. Es ist zu still. Das ist eine Falle. Jede Wette.” knurrte Bulldog und man sah ihm förmlich die Unruhe an.
,,Auch wenn ich nicht oft einer Meinung mit unserem Großen bin....” holte Serius von Kar aus und sah kurz zu Bulldog, bevor er dann seinen Satz beendete:,,....Aber das stinkt förmlich nach Falle.”
Demion wusste, dass sie recht hatten, dennoch hatten sie wohl keine Alternative mehr. Entweder bewegten sich vorwärts und versuchten diese verdammte Anlage zu zerstören oder sie würden bei den Versuch sterben, was theoretisch egal war, schließlich hatten sie nichts mehr zu verlieren.
,,Was befindet sich eigentlich auf dieser Ebene?” fragte Serius von Kar nach, aber Demion antwortete nicht. Er schien in sich gekehrt. Deshalb setzte der blonde Space-Marine noch einmal von vorne.
,,WAS BEFINDET SICH HIER?!” wurde er lauter. Auf seine Frage reagierend, drehte sich der Totenkopfjäger um und sagte nur ein einziges Wort.,,Tierversuche.”
Jetzt war jeden klar, was sich hier befand. Der Zerg-Konter. Wenn dann konnte er nur hier erschaffen worden sein, zumindest spekulierte dies Serius von Kar, da ihr Anführer sonst keine Scheu gezeigt hatte oder so etwas wie Unsicherheit. Vielleicht waren seine Vermutungen auch falsch, jedoch stand eines definitiv fest :,,Hier musste sich etwas schlimmes befinden.”.
,,Scheiße.” fluchte Bulldog im selben Augenblick und zog die Aufmerksamkeit auf sich.
,,Unsere Energie reicht nicht mehr lange, wenn wir keine Ladestation finden, können wir uns selbst ne Kugel in den Kopf jagen.” streckte er sein Handgelenk raus und machte auf die kleine, digitale Anzeige aufmerksam.
,,Ich habe mit vielen gerechnet, aber nicht, dass es so schwer werden würde. Ich habe keine Ahnung, was uns hier erwartet, aber ich vermute auf der nächsten Ebene gibt es eine Ladestation.” sicherte Demion Claw seinen Team zu, worauf er auch schlagartig eine sarkastische Bemerkung seitens von Bulldog erntete.
,,Ach, hast du deine Glaskugel dabei.” Angemessen war Bulldogs Verhalten nicht. Man musste sich aber fragen, woher Demion dies zu wissen schien. Hatte er ihnen etwas verheimlicht?
,,Nein.” konterte der Totenkopfjäger und führte weiterhin aus.,,Auf der nächsten Ebene befinden sich laut Plan, mehrere Energieknoten und man müsste den Architekten erschlagen, wenn sich dort keine Ladestation befinden sollte. Es ist nur eine Vermutung. In unserem Falle wohl eine letzte Hoffnung.”
Wie auf das Stichwort genau, erwachte nun auch Ventur aus seiner Ohnmacht. Er bewegte sich noch etwas unsicher, schien nach irgendetwas unsichtbaren zu greifen. Momentan wirkte er wie kleines, tapsiges Baby.
,,Wenn dort so viele Energieknoten sind, warum zerstören wir sie nicht. Dann fliegt hier auch alles in die Luft.” merkte Serius von Kar an, der nun vollkommen in seinen Element steckte.
,,Unmöglich. Die Energieknoten sind durch mehrere Titanschichten gesichert. Wir würden Stunden und eine unheimliche Sprengkraft brauchen, um an diese Energieknoten zu kommen. Außerdem besitzt der Reaktor einen Ausgleichmechanismus. Sobald wir einen Energieknoten zerstören, wird der Reaktor seine Energiezufuhr senken . Also keine Überladung. Wir müssen ihn manuell überladen. Ventur ist auch wieder wach. Helft ihm auf die Beine und folgt mir. Schießt auf alles, was sich bewegt.” beendete Demion seinen Monolog und schaltete die Scheinwerfer an der Außenhülle seines Kampfanzuges an.
Glücklicherweise waren die Entwickler schlau genug gewesen, die Scheinwerfer mit einer weiteren Batterie zu versehen. Er und Bulldog würden am wenigsten Energie verbrauchen, aber das traf nicht auf Ventur und Serius zu. Sie besaßen noch alte Servorüstungen aus der Zeit der Konföderation. Und diese Dinger zerrten von den Reserven des Anzuges. Die Scheinwerfer waren demnach für sie schlecht.
,,Vogelscheuche und Klopfer. Ihr haltet euch in der Mitte. Keine Scheinwerfer benutzen. Ich gehe voran und Bulldog deckt unseren Rücken. Alles klar? Dann mal los.” kaum hatte er diesen Satz gesagt, so schlug auch das Herz von Demion Claw schneller. Die Angst kehrte zurück. Keine Drogen, die nun seine Urängste und psychischen Neurosen unterdrücken konnten. Er war nun eine Gefahr für das Team geworden, zumindest sah er das so.
Seinen letzten Mut sammelnd ging der Totenkopfjäger voran. Ventur bewegte sich noch etwas unsicher auf den Beinen und wirkte mehr wie eine humpelnde Leiche. Aus diesem Grund musste er auch von Serius von Kar gestützt werden.
Nur Bulldog hatte keine Probleme. Das hätte ihm auch gewundert. Der Hüne hatte bisher nicht die leisesten Erschöpfungserscheinungen gezeigt.
Als Demion Claw die endlose Dunkelheit betrat, kam es ihm vor, als würden unsichtbare Augen ihn anstarren und nicht vorhandene Mäuler nach ihm schnappen. Die Urangst des Menschen vor der Dunkelheit.
Seine Schritten schien so unendlich laut. Vielleicht war dies auch die Angst, die seine Sinne um ein vielfaches schärfte.
Die Lichtkegel seiner Scheinwerfer deckten nur wenig von ihrer Umgebung auf und man konnte fürwahr unsicher sein. Plötzlich hörte er ein feuchtes und schmatzendes Geräusch. Er fuhr blitzartig in die Richtung aus der dieses Geräusch kam und machte sich schussbereit. Gleiches tat sein Team ebenfalls.
Ihm blieb fast das Herz stehen, als er dort einen Leichnam sah und riesiges hundeähnliches Monstrum selektierte sich an dessen Fleisch.
,,Heilige Mutter Gottes.......” stöhnte Ventur, als er dieses Vieh sah. Das hatte nicht nur sein Team gehört, auch das Monster hatte es vernommen, obwohl es unmöglich war den Helmfunk zu hören.
Es drehte sich zu ihnen um, kreischte laut und bleckte dabei seine blutigen, dolchartigen Zähne.
Dabei wurden seine zusätzlichen Gliedmassen am Unterkörper sichtbar, welche es auch sofort nutzte. Es stieß sich förmlich mit den zusätzlichen paar Beinen ab und stürmte auf die Space-Marines zu. Dabei war es so unglaublich schnell, dass man es kaum wahr haben mochte.
Gerade wollte sie abdrücken, als das Monstrum von einem hellen Energieblitz erfasst wurde und mit einer unglaublichen Wucht an die Wand geschleudert wurde. Das laute Knacken von zerbrechenden Knochen war deutlich zu hören. Demion wusste nicht, wo er zuerst hinschauen sollte. Auf das erschossene Monstrum oder den Blitzeschleuderer.
Die Scheinwerfer machten einen menschlichen Umriss es, der irgendeine Waffe leuchtende Waffe in den Händen trug.
,,GEBEN SIE SICH ZU ERKENNEN!” richtete die Männer die Waffen auf den Unbekannten. Dieser nahm die Hände hoch und sagte mit weiblicher, metallischer Stimme.
,,Nicht schießen! Ich bin auf ihrer Seite.”
Jetzt waren sie verwirrt. Hier unten gab es nur noch Infizierte und Monster. Wie konnte ein Mensch hier unten überleben, noch dazu scheinbar eine Frau.
,,Umkreisen.” gab Demion den Befehl und sie näherten sich der Unbekannten. Das war keine herkömmliche Rüstung, fiel ihnen sofort auf.
Das Metall wirkte wie von einem inneren Licht erfüllt. Sehr seltsam, denn ein solches Material kannte der Totenkopfjäger nicht.
Noch dazu war der Kampfzug wesentlich zierlicher, als der eines Space-Marines und hob deutlich die weiblichen Vorzüge vor.
Bei der Waffe hatte er ähnliche Probleme, sie zu identifizieren. Sie wirkte einem Gaussgewehr ähnlich, war allerdings mit einem dicken Kabel verbunden, welches zu einem festinstallierten Kanisterähnlichen Rucksack auf den Rücken der Unbekannten führte.
,,Wer sind Sie!” forderte Demion eine Antwort, als die Space-Marines sie umzingelt hatten.
,,Ich habe keinen militärischen Rang, falls sie das meinen. Ich bin Tanja Markes, Chefingenieurin.” erklärte sie, aber das genügte noch lange nicht, um den starsinnigen Totenkopfjäger zufrieden zu stellen.
,,Wie haben sie bisher überlebt und wie kommen sie an so einen Anzug.”
,,Oh. Also da muss ich etwas ausholen. Als dieses dämliche Supersoldatenprojekt außer Kontrolle lief, arbeitete ich auf der siebten Ebene mit meinem Leuten an diesen Anzug. Es war ein militärisches Projekt und sollte primär gegen die Aliens eingesetzt werden. Anfangs wussten wir nicht, was los war, aber als mein Team die ersten Mutation aufwies, wusste ich, was los war.....” Mit einem,,Und wie haben sie überlebt oder vielmehr warum wurden sie nicht infiziert?!” unterbrach Bulldog die Geschichte der Dame.
,,Darauf wollte ich gerade kommen, Großer.” gab Tanja von sich, die scheinbar alles etwas lockerer betrachtete.
,,Ich befand mich in dem Anzug. Wir wollten ihn noch weiter modifizieren und ihn noch Schubdüsen für weite Sprünge verpassen, aber dann ging auch schon der Alarm los. Ich habe mich eine zeitlang dann im Hangar versteckt oder vielmehr in den Fahrzeugen, aber diese komischen Viecher haben mich dann auch gefunden. Und so blieb mir nur die Flucht übrig. Als ich eine laute Explosion vernahm, ahnte ich schon etwas schlimmes und bin dann runter von der siebten Ebene auf die achte gelaufen und na ja, dann seid ihr auch gekommen.” beendete sie ihren langatmigen Monolog.
Demion dachte nach. Sie weiß von den Supersoldaten-Programm und kennt die Anlage besser als wir, vielleicht wäre es besser sie am Leben zu lassen. Sein Gedankengang war kalt, jedoch nüchtern betrachtet logisch.
Er konnte nicht das Risiko eingehen, ein getarnten Infizierten in seiner Mitte zu haben. Vielleicht war sie, vielleicht auch nicht. Er musst abwägen. Sie konnte infiziert sein, denn dies sah man unter der Rüstung nicht. Allerdings hat sie sich eingemischt und vor einem Monstrum gerettet. Er würde sie im Auge behalten und sehr vorsichtig sein.
,,Sagen sie einmal.” wandte sich Klopfer an Tanja.,,Wie kriegen sie eigentlich Sauerstoff und Energie? Der Anzug ist klein und ich sehe nirgends ein Sauerstofftank oder eine Batterie.”
Darauf kicherte Tanja kurz und holte dann aus.
,,Nun der Anzug ist eine vollkommene Neuerung. Er wird durch meine Körperwärme aufgeladen und über einen komplizierten Prozess wandelt der Anzug auch Energie in Sauerstoff um.”
Da wurde der gebildete Marine hellhörig.
,,Wie? Energie in Sauerstoff? Wie soll das denn gehen?”
,,Das zu erklären, würde zu lange dauern. Aber ich könnte.......OH Nein.....Ich nehme sich schnell nähernde Subjekte auf den Radar war.” wurde Tanja plötzlich leicht panisch. Demion verstand.
,,VERTEIDIGUNGSREIHE BILDEN!”.........
Eine unbequeme Tatsache
Dunkelheit. Endlose Finsternis hatte sich um die heldenhaften Space-Marines und der Seraphim Tanja Markes gelegt.
Während die wahrscheinlich letzten lebenden Menschen in diesem Komplex panisch ihre Gausgewehre hin und herschwenkten, in der Hoffnung durch den schwachen Lichtkegel ihrer Scheinwerfer irgendetwas zu erkennen, kamen drohende Geräusche immer näher.
Fauchen, Kratzen und mehr. Irgendetwas umkreiste sie. An den hektischen und ebenso hörbaren Bewegungen der unsichtbaren Kreaturen konnte man ihr Verlangen spüren. Mordlust.
,,ZEIGT EUCH! BASTARDE!” brüllte Ventur und gab einige kurze Salven seines Gausgewehres in die Finsternis ab. Die Leuchtspur-Munition erleuchtete zwar nur kurz die Räumlichkeiten um sie, aber es reichte aus, um ihnen die Gefahr zu verdeutlichen.
Es war der Zerg-Konter!
Sie waren in Natura wesentlich größer, als man es auf den Skizzen hätte erkennen könnte. Ein Zergling wirkte gegen diese Bestien wie ein kleines kuscheliges Hündchen.
,,Was machen wir jetzt?” fragte Klopfer und man spürte förmlich seine Erregung in der Stimme.
,,Weglaufen wäre eine ganz gute Idee.” gab der ansonsten eher selten ängstliche Bulldog von sich.
Die Männer waren angespannt und dies hörte man ihnen auch an. Während Tanja Markes irgendwie ruhig war, obwohl sie kein psychologisches Training wie die Space-Marines genossen hatte. Vielleicht lag es auch an der Tatsache, dass sie durch das Interface ihres geschlossenen Helmes, alles ganz genau erkennen konnte, während ein Space-Marine des terranisches Militärs eher selten so etwas wie ein Nachtsichtgerät besaßen.
,,Vorsichtig.” sagte Tanja und riss unbewusst das Kommando der Truppe an sich.
,, Der Zerg-Konter reagiert auf potenzielle Bedrohungen. Er wird uns nicht angreifen, wenn er sich nicht bedroht fühlt.”
Für eine normale Chefingenieurin wusste sie verdammt gut über ein Projekt bescheid, dass sich in einem für sie gesperrten Bereich befand, dachte Demion und wurde etwas paranoid. Noch war ihm unklar, ob Tanja eine Verbündete war oder vielleicht gar etwas anderes. Wer konnte wissen, was sie unter der zierlichen, aber dennoch alles verdeckenden Rüstung befand. Vielleicht sogar ein Protoss, auch wenn diese Annahme unwahrscheinlich war.
Jedoch hatten sie in der kurzen Zeit in dieser gottverdammten Anlage zu viel erlebt, als das er noch irgendeine Vermutung verwerfen mochte, egal wie unsinnig sie erscheinen mochte.
Plötzlich schossen grelle kreischende Geräusche aus der Dunkelheit an ihre Ohren und ließen einem das Herz im Inneren zerspringen.
Es waren nicht die Geräusche des Zerg-Konters, nein, andere Wesen hatten diese Ebene betreten und diese waren noch wesentlich grauenhaften und abscheulicher, als man vermuten mochte.
,,INFIZIERTE!” schreckte Tanja hoch und versuchte ihre Angst zu unterdrücken, aber es gelang ihr nicht.
Ihr Verstand in den Händen der Furcht, ließ sie eine Handlung vollziehen, die sie nicht wollte.
Sie betätigte den Abzug ihrer Energiekanone, welche darauf einen grellen Strahl aus der gebogenen Mündung entließ.
Zischend teilte der Energiestrahl die Finsternis und fand auch sein Ziel. Ein Zerg-Konter wurde von der entsetzlichen Kraft dieser Waffe erfasst und an die Wand gedrückt, bis sein Körperpanzer der Energie nicht mehr standhalten konnte.
Der Todesschrei des Zerg-Konters war schrecklich und man mochte Mitleid mit dieser hässlichen Kreatur haben, wenn man dessen widerliches Ende mit ansah.
Laut knackend brach der Panzer und die Energie verteilte sich im Inneren dieses Monsters, solange bis der Körper des Zerg-Konters von der Kraft zerrissenen wurde. Die Männer konnten noch sehen wie die einzelnen Extremitäten durch den Raum flogen und nur wenige Meter vom abgetrennten leblosen Oberkörper klackend niedergingen.
Das hatte gereicht und die Zerg-Konter griffen an. Mit ihren langen Klauen bohrten sie sich in den gekachelten Boden und nutzten ihre Arme als Katapult, um noch schneller zu sein. Sofort eröffneten Ventur und Demion das Feuer, während Klopfer vollkommen aufgelöst neben ihnen stand. Obwohl Serius von Kar ein gebildete Mann war, so hatte er jedoch eine vernichtende Angst vor der Dunkelheit und davor gefressen zu werden. Und genau diese Furcht hielten ihn in ihren eisigen Klauen.
,,VERDAMMTE SCHEISSE! FASS DICH!” stieß ihn Bulldog unsanft aus seiner Paralyse. Aber es reichte aus, damit Klopfer ebenfalls das Feuer eröffnete. Das laute Donnern der Gewehre übertönte fast das Abprallen der Patronen von den harten Knochenpanzern der Zerg-Konter. Diese Biester schienen gegen reguläre Bewaffnung immun zu sein, aber warum züchtet man eine Kreatur, die vollkommen immun gegen die durchschlagende C-14 Munition der Gausgewehre war? Zwar kam diese Erkenntnis zu spät und auch definitiv im falschen Augenblick, aber der Zerg-Konter war nicht gegen die Zerg entwickelt worden, sondern gegen die Space-Marines. Demions Augen zitterten und seine Pupillen hatten nur noch die Größe von Stecknadelköpfen, so schlimm war diese Erleuchtung. Sie hatten keine Chance.
In diesem Augenblick ließ Bulldog seine an den Unterarmen montierten Flammenwerfer Tod und Vernichtung speien. Das Feuer versengte die Finsternis und die anstürmenden Zerg-Konter kamen ins stoppen. Sie wichen vor den Flammen zurück und fauchten es an.
,,Sie haben Angst. Aber warum? Ihr Panzer müsste......” überlegte Serius von Kar und konnte sich nicht wirklich einen Reim machen, denn ihr Panzer war so fest, dass sie selbst einen Feuer stand halten müssen.
,,Es sind nur Tiere und wie alle Tiere haben sie Angst auf meinen Grill zu landen.” gewann Bulldog sein kaum zu erschütternden Selbstbewusstsein zurück.
,,Spezial-Munition.” befahl Demion Claw und schaltete schnell in den Sekundär-Modus seiner Waffe um. Anders als die herkömmlichen C-14 Gausgewehre, welche noch im Broodwar-Konflikt eingesetzt wurden, besaß die erweiterte Version des C-14 Gausgewehres, eine zusätzliche Munitionzufuhr, die auch als sekundärer Modus bezeichnet wurde. So konnten die Space-Marines je nachdem entscheiden, welche Munition sie verwendeten. Besonders in den letzten Jahren hatten die gespaltenen Systemherrscher des jeweiligen Planeten mit erhöhten militärischen Aktionen gegen ihre direkten Nachbarn begonnen. Wie immer war Macht der ausschlaggebende Faktor, welcher allerdings durch die Propaganda der Aggressoren natürlich verändert wurde. Freiheit war die beliebteste Aussage. Das geknechtete Volk befreien. Damit wurden auch solche Abscheulichkeiten wie der Dedaluskomplex legitimiert und umgesetzt, schließlich ging es um die Freiheit, um Gerechtigkeit.
Bulldog hielt noch immer die Bestien auf Distanz, bis Demion, Ventur und Serius von Kar in die Hocke gingen, um zusätzliche Stabilität zu gewinnen, und einen wahren Sturm aus spitzen Geschossen auf die Tiere entfesselten.
Unerwarteter weise war die Munition mehr als Durchschlagend. Krachend schlugen sie gegen die Knochenplatten der Monstrositäten und rissen einzelne Fragmente aus der Panzerung heraus. Die feurigen Explosionen verängstigten den Zerg-Konter zusätzlich und ließen einige der Bestien in kopfloser Panik in die Finsternis fliehen. Jedoch nicht die Alpha-Tiere, diese stemmten sich mit einer seltenen Kraft gegen den tödlichen Hagel. Obwohl ihr Widerstand sinnlos war und nur von kurzer Dauer, konnte man den beeindruckenden Unterschied zwischen den dominierenden Zerg-Konter und seinen restlichen Rudel deutlich erkennen. Nicht nur, dass sie größer waren, nein, sie besaßen sogar dickere, gezackte Knochenplatten, die jeden Nahkämpfer schwer verletzt hätten.
Demion war erstaunt, denn über evolutionäre Unterschiede stand nichts in den Akten. Mal wieder eine verschwiegene Information, dachte der Totenkopfjäger grimmig.
Als auch der letzte verbliebene Zerg-Konter tot auf den Boden aufschlug und durch sein Körpergewicht einige Kacheln zersplitterten, war es unheimlich ruhig geworden.
,,DIE INFIZIERTEN!” sagte Demion Claw unwillkürlich laut.,,Verteidungsring beibehalten.” fügte er noch hinzu, als sie auch schon aus der Dunkelheit in den Radius ihrer Scheinwerfer traten. Es waren Space-Marines, wie sie, aber ihre Rüstungen waren komplett weiß. Nun wussten sie also was mit der Besatzung der abgestürzten Landefrachter Donnerkopf 1 und 2 passiert war.
Man konnte deutlich die widerlichen Auswüchse sehen, wie sie über die Rüstung krochen und mitunter pulsierten. An manchen Stellen war die Servorüstung aufgeplatzt, um den schleimigen Zacken und Stacheln zu weichen.
Ihr Verhalten war aber mehr als merkwürdig. Obwohl sie ich gegenüber standen, machten sie keine Anstalten anzugreifen. Sie standen nur vor ihnen und rührten sich nicht mehr.
,,Sollen wir die Typen abballern.” flüsterte Ventur leise über den Helmfunk, denn auch er wurde langsam aber sicher paranoid. Vielleicht glaubte er, dass die Infizierten sie abhören konnten.
Eigentlich hätte Demion diesen Vorschlag ohne Bedenken zugestimmt, aber in diesem Fall war er sich unsicher. Die Zerg-Konter hatten bereits so komisch reagiert und die infizierten Space-Marines taten dies nun ebenfalls. Irgendetwas stank hier zum Himmel. Die Frage war nur “WAS”!
Dann plötzlich bewegten sich die riesigen Infizierten wieder, aber schienen sie keine Notiz von der kleinen Gruppe zu nehmen.
Zwei der Infizierten sicherten die Umgebung mit ihren Gausgewehren, während die beiden weiteren Infizierten die zerschmetterten und zerschossenen Überreste der Zerg-Konter einsammelten.
Ventur ging eine Schritt weiter, obwohl Demion ihn gerade festhalten wollte, ging die Vogelscheuche direkt auf die Infizierten zu.
,,VENTUR! KOMM ZURÜCK! SOFORT! DAS IST EIN BEFEHL!” war Demion Claw außer sich und konnte nur noch eines tun. Er versuchte seinen eigenwilligen Kameraden zu decken. Gleiches taten Bulldog und Klopfer.
,,Ich glaube, er hat den Verstand verloren, falls er jemals einen gehabt hatte.” schimpfte auch Bulldog über Funk, denn auch er hätte niemals so etwas gewagt, zumindest nicht in dieser Anlage.
Demion rechtete jetzt fest, dass die Infizierten sie angreifen würden. Seine Finger zitterten. Der Stress schlug sich nun auf ihn nieder und keine Drogen konnten dies mehr verhindern.
Eigenartig war nur ihre Begleiterin. Sie war so still geworden und rührte sich nicht. Zur Salzsäule erstarrt.
Ventur stand nun direkt vor einem der Infizierten Space-Marines, dass er sogar die pumpenden und schleimigen Geräusche der unbekannten Organe an der Außenseite der Rüstung hören konnte.
Er hob die Hand und berührte das Visier des geschlossenen Helmes des Infizierten. Spätestens jetzt hätte er reagieren müssen, jedoch passierte nichts. Entweder waren die Infizierten blind oder sonst was. Um das Ganze auf die Spitze zu treiben, klopfte Ventur sogar gegen das Visier, aber eine Reaktion blieb aus.
Die Infizierten gingen ihrer unbekannten Aufgabe nach und ignorierten vollkommen die Gruppe.
,,Die kriegen überhaupt nichts mit. Was haben die nur?” ging Ventur fragend zurück zu seinen Leuten und bekam auch sogleich eine geharnischte Standpauke von Demion Claw zu hören.
,,Mach so einen verdammten Scheiß noch einmal und ich werde nicht zögern, dich zu erschießen. Ist das klar?” als Ventur ohne eine Notiz an ihm vorbei ging, wurde der Totenkopfjäger wütend, packte die Vogelscheuche an der Schulter und zog ihn zu sich.
,,IST DAS KLAR!!!!” wiederholte den letzten Satz laut und Ventur erwiderte nur ein kurzes “Ja”.
Mittlerweile hatten zwei der Infizierten ihre Aufgabe mit den aufsammelnd der Leichenteile beendet. Sie trugen Eingeweide und andere Körperreste in ihrem Armen und drehten Demions Team den Rücken zu. Sie verschwanden wieder. Ein Kreischen erfolgte von einem der Infizierte und die anderen beiden Infizierten wandten sich ebenfalls ab. Doch einer stockte seine Bewegung und blickte in die Dunkelheit. Demion Claw richtete seine Waffe auf den Unhold, als dieser langsam auf sie zukam.
Er oder vielmehr es blickte sich um, als würde es noch etwas suchen.
Von den anderen Space-Marines nahm er weiterhin keine Notiz, jedoch änderte sich dies als er die glänzende Rüstung von Tanja Markes erblickte.
Erst kreischte das Monstrum und brüllte dann.
,,VERRÄTERIN! UNWÜRDIGE! FÜR NENDRAN!” eröffnete die Missgeburt das Feuer. Schnell reagierte Demion und schoss den Infizierten von hinten durch den Kopf, was für den augenblicklichen Tod des Infizierten sorgte, aber es war zu spät. Tanja wurde von den mörderischen Geschossen getroffen und wie ein Spielball nach hinten geschleudert, bis sie auf eine Wand traf und dort keuchend liegen blieb.
Schnell eilte die Männer zu ihr und beachtete den monströsen Kadaver des Infizierten nicht mehr.
Demion beugte sich über Tanja und versuchte ihr zu helfen, aber sie schien das nicht zu wollen. Krampfhaft drückte sie ihre gepanzerten Hände auf eine stark blutende Wunde in der Höhe des Solar Plexus(Brustmitte).
,,OH MEIN GOTT.....!” verfluchte sich Klopfer für seine Untätigkeit. Hätten sie doch nur die Infizierten abgeknallt, dann wäre das nicht passiert.
Demion drückte die Arme von Tanja weg, obwohl sie ihm unerwartet starken Widerstand bot. Er hätte nicht gedacht, dass diese Frau der hydraulischen Kraft einer Servo-Rüstung standhalten würde, aber sie tat es.
,,Neeeeinnn......” flüsterte sie und versuchte immer noch Widerstand gegen Demion zu leisten. Der Totenkopfjäger dachte sich nichts dabei, viele schwer Verletzte ließen sich oftmals nur widerwillig helfen. Durch seine Ausbildung hatte Demion Claw auch gelernt erste Hilfe zu leisten, allerdings auf höheren Niveau.
Dann als er endlich ihre Arme beiseite gedrückt hatte, erkannte er, warum Tanja sich so gewehrt hatte.
Ihre Blut war lila, ebenso wie das Fleisch um die Wunde herum. Es gab keinen Zweifel. Sie war infiziert.....
Wer bist du?!
Der Dedaluskomplex hatte sich fürwahr in eine wahre Hölle verwandelt. Mutanten, Monster und Infizierten trieben sich in den Eingeweiden der weitläufigen Ebenen herum und bekämpften sich. So etwas wie Gnade kannte sie nicht. Alles Unbekannte wurde attackiert und bis zum Tode bekämpft. Das Erkundungsteam unter Demion Claws Führung hatte bisher überleben können, jedoch waren ihnen schon viele Rätsel aufgetan worden. Das oftmals merkwürdige Verhalten der Infizierten stellte sie vor eine Probe. Mal griffen sie an und dann ignorierten sie die Space-Marines völlig.
Hinter all diesen Fragen gab es nur eine Antwort, aber welche mochte das sein?
Einige Stunden später....
Die neunte Ebene war eine Zuchtstation gewesen und wurden von jenen Wesen bevölkert, die scheinbar für einen weitreichenden Krieg gegen einen anderen Magistraten gedacht waren. So vermuteten die Space-Marines. Die mutigen Männer hatten schon viel erlebt, aber noch nie das sich Infizierte gegenseitig attackierten.
Als sich herausstellte, dass ihre Retterin, Tanja Markes, ebenfalls infiziert war, so waren die Meinungen des Quartetts geteilt. Während Ventur auf eine sofortige Exekution bestand, war Demion Claw dagegen, denn er wollte endlich herausfinden, was hier gespielt wurde....
Tanja Markes erwachte auf den Grund der neunten Ebene. Zwei seltsame Lichter tanzten vor einem dunkelroten Hintergrund vor ihren Augen. Ihre Sicht war noch immer verschwommen. Sie hörte Stimmen, aber diese waren so unklar und verzerrt, dass es sich leicht um einen Streich ihres Gehirns handeln konnte. Ihr Schädel brummte als hätte dort ein Atomkrieg stattgefunden.
Langsam kam sie wieder zu sich. Nun erkannte sie auch, was dies für Lichter waren. Es handelte sich dabei um die Zündflammen am Unterarm von Bulldogs Flammenwerfern und sie glaubte auch, dass dieser Hüne keine Probleme hatte sie in ein Häuflein Asche zu verwandeln.
,,EINE FALSCHE BEWEGUNG UND DU LANDEST AUF MEINEN GRILL!" vernahm sie die metallisch verzerrte, einschüchternde Stimme von Bulldog.
Sie war immer noch etwas benommen und tastete sich wie ein kleines Kind voran. Dies gefiel dem Marodeur überhaupt nicht, worauf hin sich Bulldog gezwungen sah, seiner Drohung Nachdruck zu verleihen, indem er der zerbrechliche Frau einen wuchtigen Tritt versetzte.
Tanja wurde zurückstoßen und knallte mit den Rücken gegen die Wand, jedoch spürte sie den Schmerz nicht. Ihr Körper war irgendwie taub. Ein plötzlicher Adrenalinstoss, erschaffen aus purer Angst, peitschte durch ihre Ader. Blitzschnell fasste sie sich an den Kopf und war erleichtert, als sie ihren Helm unter den scharfen, mutierten Fingerkuppeln spürte.
Gott sei Dank, schnaufte sie innerlich und ignorierte vollkommen eine weitere Drohung von Bulldog.
Zwar war sie infiziert, stand jedoch nicht unter SEINEM Einfluss und das beruhigte sie sehr.
Erst jetzt bemerkte die gelernte Chefingenieurin den weißen Verband um ihren Oberkörper. Er war teilweise blutig, jedoch recht sauber. In einer Metallschüssel, die eigentlich ein Fressnapf der Zerg-Konter war, befanden sich einige blutige C-14 Geschosse und auch ein abscheuliches Instrument, welches nicht weniger blutbesudelt war und mit dessen Hilfe man sie wohl verarztet hatte.
Es war ein großes Wunder. Die Space-Marines hatten sie nicht erschossen. Warum wollte sie nicht wissen, denn sie konnte es sich denken. Als die ersten Supersoldaten erschaffen wurden, hatte sie Kontakt mit einigen Space-Marines die noch nicht genetisch verändert worden waren. Da diese Männer selten eine Frau sahen, kamen sie recht schnell ins Gespräch und sie lernte relativ viel über die Vorgehensweise der Space-Marines. Ein Grund, warum sie noch am Leben war.
Teile ihrer Rüstung lagen nicht unweit von ihr in einer weiteren stählernen Schale. Sie war wirklich beruhigt, dass nur die Rüstung an den verletzten Körperteilen abgenommen wurde und nicht an intimerer Stellen. Warum sie jetzt, in diesem Moment, in ihrer Lage, gerade über so etwas nachdachte, war ihr schleierhaft. Vielleicht war es die Urangst einer jeden Frau vergewaltigt zu werden, allerdings bot Tanja Markes dafür nicht viel Anlass.
Die Infektion war fast abgeschlossen und hatte ihre ansonsten weiche, seidige Haut in eine schroffe, teilweise mit winzigen Stacheln überzogene Oberfläche verwandelt. An den Armen und Beinen verliefen fingerbreite, tentakelähnliche Schläuche über ihre Haut und verschwanden an unterschiedlichen Teilen des Körpers wieder. Diese ekelhaften Ader pulsierten. Es war einfach nur widerlich. Ihr ansonsten kurzes, rotes Haar war ihr ausgefallen und stattdessen hatte sich dort viele, spitze Stachel von unterschiedlicher Dichte und Breite. Gleiches galt für ihr Gesicht. Ihre Augen funkelten in einem bedrohlichen Orange. Nur die Nase war erhalten geblieben und ihre Lippe, wobei Letztere etwas voller geworden waren. Ihr Gebiss hatte schon seit der Infektion komplett verändert. Tanja Markes erinnerte sich noch an das Fieber und wie sie ihre Zähne einzeln erbrochen hatte. Nun befanden sich in ihrem Mund sichelartige Dolche. Obwohl es eher nichtig war, schienen ihre Finger und Fußnägel noch vollkommen intakt und sich kaum verändert zu haben. Von ihrer einstigen Schönheit war wirklich nicht mehr viel übrig. Vielmehr erinnerte sie an ein Monster, dass selbst die Hölle nicht ertragen konnte.
Plötzlich tauchte Demion Claw auf, jenen Space-Marine, den sie glasklar als den Anführer ausmachte.
Der Totenkopfjäger beugte sich zu ihr runter und fragte dann mit freundlicher Stimme.
,,Verzeihen sie den rüden Umgang, allerdings sind wir uns nicht sicher, was wir von ihnen halten sollen. Ich rechne ihnen die Hilfe gegen den Zerg-Konter hoch an und dies ist auch ehrlich gesagt der einzige Grund, warum sie überhaupt noch leben."
Nun erkannte Tanja Markes auch das Zeichen auf seinen Schulterpanzer und wurde blass. Totenkopfjäger. Sie hatte einige davon hier unten gesehen und allesamt waren gewissenlos gewesen. Sie überwachten das Projekt der Supersoldaten, so hieß es, aber als der Ärger hier anfing waren sie nicht mehr hier. Sie hatte sich schon lange Gedanken darüber gemacht, jedoch noch keine richtige Antwort gefunden. Wichtig war nur, dass sie nicht den Helm abnahm.
,,Also beginnen wir mit der obligatorischen Befragung. Bevor wir beginnen möchte ich sie darauf hinweisen, dass eine Lüge nicht nur uns in Gefahr bringen wird, sondern auch sie, denn sie werden uns von nun an begleiten." sagte der Totenkopfjäger.
,,Frage eins:,, Was ist hier passiert?" Auf diese Frage antwortete Tanja Markes sachlich.
,,Genaues weiß ich nicht, aber ich vermutete es hängt mit diesen Supersoldatenprojekt zusammen. Denn als das Chaos ausbrach, nahmen die Supersoldaten zuerst die Lüftungskontrolle unter ihre Kontrolle und verströmten den Virus in der Anlage und dann öffneten sie die Käfige, sogar der Versuchssubjekte und der Tiere."
Auch wenn sie nicht durch das Visier des Space-Marines sehen konnte, so ahnte sie seinen Gesichtsausdruck.
,,Ich bin etwas skeptisch, Ms. Markes. Als wir durch diesen Komplex spazierten, waren die Labors mit den genetischen Experimenten streng gesichert. Ich möchte sie nicht beleidigen, allerdings glaube ich nicht, dass eine Chefingenieurin Zutritt zu solch sensiblen Bereichen hat. Warum sollten wir ihnen die Geschichte glauben? Zumal sie behauptet haben nicht infiziert zu sein? Erklären sie uns das!" wurde die Stimme von Demion Claw härter.
,,Ich wollte nicht, dass ihr mich umbringt. Ich bin vielleicht infiziert, aber ich bin kein Zerg. Ich bin ein Mensch. Und warum ich von diesen Supersoldatenprojekt wusste? Männer sind sehr redselig, wenn man mit ihnen geschlafen hat." Natürlich konnte Tanja sich jetzt denken, was man von ihr hält. Schlampe oder eine Spionin. Eine Frau kann nicht fast zwei Jahre in einem Bunker leben und ohne sexuelle Beziehung auskommen. Gleiches gilt auch für die Männer. Niemand hält das aus, auch wenn der körperliche Kontakt im Dedaluskomplex verboten war.
,,Ich schätze, sie haben sich nicht beim Geschlechtsakt infiziert und wenn doch dann nicken sie nur, denn ich will nichts weiter darüber hören." erwiderte der Totenkopfjäger.
,,Nein, es war als ich teilweise im Anzug....." brach sie plötzlich ab, denn ihre Stimme hatte sich plötzlich verändert. Sie war wesentlich tiefer geworden und hörte sich an, als würde sie mit einem Schluck Wasser im Mund sprechen. Diese verdammte Infektion schritt noch weiter voran und sie wusste nicht, wann sie endete.
,,Verstehe." entgegnete Demion kurz und stand wieder auf. Er hob sein längliches Gaussgewehr und schien zu überlegen, was er tun sollte.
Dann wurde es still. Die beiden Space-Marines unterhielten sich über Funk und hatten die äußeren Lautsprecher an ihren Servorüstungen ausgeschaltet..
Plötzlich hörte sie schwere Schritte und zwei weitere Space-Marines kamen in das knappe Licht der Scheinwerferkegel. Ihre Anzüge wirkten weniger elegant und beeindruckender, als jene des Hünen und des Totenkopfjäger, aber es waren auch ältere Modelle. Das erkannte sie sofort.
Sie guckte die Gestalten an und versuchte zu erahnen, was sie besprachen, jedoch scheiterte dieser Versuch. Wahrscheinlich besprach man ihren Tod. Schließlich war sie ein Sicherheitsrisiko. Sie hätte auch so gehandelt.
Doch dann tat sich etwas. Der Totenkopfjäger und sein Kumpane wendete sich ab und verschwanden langsam in der Dunkelheit der neunten Ebene. Die beiden anderen Space-Marines kamen nun auf sie zu.
Einer von ihnen hielt seine Waffe auf sie gerichtet, während der Andere vor ihr stand und sich vorstellte.
,,Also gut, dann bringen wir es hinter uns. Ich bin Ventur, genannt die Vogelscheuche. Ich habe keine Ahnung, was du bist und wieso man dich am Leben lässt, aber egal. Anders als unser großer Anführer sind wir nicht gerade zimperlich. Das heißt, solltest du Lügen, wird mein Kamerad dir ins Bein schießen und sich dann langsam hocharbeiten. Haben wir uns verstanden?" Ventur erwartete eine Antwort. Ungeduldig lud Serius von Kar sein Gaussgewehr mit einem Klacken durch. Nun hatte Tanja Markes wirklich Angst. Dieses Duo machte ihr Angst.
,,Der Zergvirus ist ausgebrochen. Habt ihr ein Gegenmittel?" scheinbar hatte Ventur nicht nachgedacht, sonst hätte er sich die Frage sparen können. Und somit antwortete Tanja Markes auch knapp.,,Nein."
Scheinbar gefiel ihm die Antwort nicht, jedoch konnte er nichts dagegen machen.
,,Die Ladestationen für die Servorüstungen wurden zerstört oder versteckt, warum wurde das getan?" wollte er wissen, denn hier auf der neunten Ebene gab es Ladestation, allerdings war sie versteckt worden. Man hatte Mittels einiger zusammengeschweißter Platten eine Wand erschaffen. Nur Klopfer war es aufgefallen, dass die Metallwand in mitten einer Neoleuchte platziert worden war, weshalb man eigentlich erahnen konnte, dass sich dahinter etwas verbarg. Mit gemeinsamer Kraft hatte sie die Wand entfernt und konnten ihre Energiereserven wieder aufladen. Natürlich hatten sie Demion Claw davon unterrichtet, aber sie mussten auf die Infizierte aufpassen. Deshalb gingen sie immer zu zweit an die Ladestation. Während sich der Eine wieder auflud, musste der Andere Deckung geben.
,,Als die Supersoldaten uns angriffen, zerstörten sie die Ladestationen für die Space-Marines, damit man ihnen keinen Widerstand leisten konnte. Meine Techniker hatten einige Ladestationen versteckt für den Fall, dass unsere Jungs siegreich sein würden. Leider wurden sie infiziert oder abgeschlachtet. Ich habe gesehen wie die Supersoldaten vorgingen. Sie waren so stark mutiert, dass sie die Space-Marines förmlich aus ihren Rüstungen rissen. Da sie Angst vor den Wissenschaftlern hatten, wurden die meisten getötet. Gleiches galt für die Techniker. Nur ich und Xersis sind übrig."dann verfluchte sie sich selbst, dass sie Xersis erwähnt hatte. Die Reaktion erfolgte sofort.
,,Wer ist Xersis? Ein weiterer Infizierter? Etwa so was wie Du?" schnaubte Ventur und packte Tanja Markes mit seinem eisernen Händen am Hals. Sie bekam kaum Luft.
,,Ein Freund. Er hat sich in der Bastion versteckt. Vielleicht *Hust* kann er helfen?" keuchte sie bis die Vogelscheuche sie endlich losließ.
,,Gut. Wo ist diese Bastion und wie kommen wir dahin." ging Ventur unruhig auf und ab.
,,Die Bastion befindet sich zwischen der elften und zwölften Ebene. Sie wurde zwar errichtet, aber nie genutzt. Wir haben diesen begrenzten Raum oft für unsere Pokerabende genutzt. Xerxis hatte während des Supersoldatenprojektes starke Zweifel an der Sache und hatte vorgeschlagen die Räumlichkeiten auszubauen. Recht hatte er, wie man sieht."sagte Tanja Markes und schämte sich. Wenn sie herausfinden würden, was Xerxis war... sie wollte den Gedanken nicht zu ende führen.
,,Gut eine Frage hätte ich noch.....WER IST NENDRAN!".....
Yay, so weit ist Deva bisher!
Nochmal
Hammer Geschichte!!!
MFG Bad?
Edit: Das dürfte wohl die längste Seite auf SC2:Source sein die es jemals gegeben hat^^
