Exe's Diskussionsstunden, Teil 2: Kampagne
Verfasst: 16.11.2007, 14:54
Zur Umfrage:
Ich habe eine Umfrage gestartet, weil ich gerne wissen wollte, ob ihr meint, dass es sich überhaupt lohnt, dass ich mir die Mühe mache oder ob ich es lieber lassen sollte, weil diese langen Beiträge eh nicht auf die nötige Resonanz treffen. Also danke schon mal fürs voten =)
Zum Thema:
Nachdem Blizzard einige neue Informationen bekannt gegeben hat und sich sowohl bei den Protoss als auch bei den Terranern sehr viel zu tun scheint gehe ich in meiner zweiten Diskussion etwas auf Abstand zu bestimmten Fragen, die die Völker direkt betreffen und versuche meine Gedanken über das Thema Kampagne zu ‚Papier’ zu bringen.
Ihr werdet sehen, dass dieses Thema sehr viele Fragen mit sich bringt, da Blizzard erst wenige Informationen über die Kampagne veröffentlich hat und ich mich großteilig nur auf das auf der BlizzCon veröffentliche Video von der Kampagne beziehe. Meine Meinung und Gedanken zu vielen Bereichen werde ich zwar nennen, doch kann ich nur wenig aufgrund von Informationen durch Blizzard konkretisieren.
Wie es Tradition ist und in (fast?) allen Spielen für den PC zu finden ist, startet ein Spiel mit einem wunderschönen Video, dass mit oft sehr guter Qualität die Herzen der Spieler schneller schlagen lasst. Meistens werden schon Ausblicke in die Kampagne gegeben und der Spieler somit gleich in das Spiel eingebunden. So wird es hoffentlich auch in StarCraft 2 sein und ich bin schon gespannt, wie Blizzard versuchen wird, uns in StarCraft 2 zu empfangen. Der erste Cinematic-Trailer war ja schon sehr eindrucksvoll.
Nur was passiert, sobald man die Kampagne startet? In StarCraft 1 fing die Kampagne mit einem Eröffnungstext an und führte den Spieler so auf seinen ersten Schritt im StarCraft-Universum.
Dass das auch in StarCraft 2 der Fall sein wird bezweifle ich etwas aufgrund des technischen Fortschrittes, der zwischen den beiden Spielen liegt. Eine Einführung wird es meiner Meinung nach aber sehr wahrscheinlich geben, in der Abläufe in StarCraft und StarCraft: Broodwar erläutert werden und was in den 4 Jahren, die zwischen Broodwar und StarCraft 2 liegen, passiert ist. Am besten wäre das natürlich in einer aufwendig erstellen Videosequenz.
Warum ich dieses Thema anschneide? Ganz einfach: Wie Blizzard teilweise hat anklingen lassen, soll es in StarCraft 2 genauso wie in Warcraft 3 mehr Ingame-Sequenzen geben. So wurde in der StarCraft 1 Kampagne öfters das Spiel ‚unterbrochen’ und die Helden haben mit einander geredet und die Story vorangetrieben, so dass nicht immer nur zwischen den einzelnen Leveln etwas passieren konnte und man in den Missionen diesen speziellen Kampagnenauszug spielte. Ich denke nicht, dass Blizzard – auch gerade wegen ihrer Ankündigung – in StarCraft 2 wieder auf die alte Methode zurückfallen wird und auch bin ich relativ stark davon überzeugt, dass die Story mit einigen Ingame-Videosequenzen vorangetrieben wird. Dadurch baut sich ja auch eine Art Verbindung zwischen dem Spieler und seinen Helden auf, da er sie genauer betrachten kann und mehr in ihre Gedanken und Beweggründe eintaucht. Änderungen zu dem Warcraft 3 System scheinen für mich offensichtlich, da Blizzard die Kampagne nicht nur durch den Besprechungsraum weiterentwickeln möchte. Was genau man sich darunter vorzustellen hat, weiß ich allerdings nicht.
Mein Problem ist nun allerdings, dass in Warcraft 3 auch die Anfangssequenzen immer Ingame-Grafik besaßen und es nur ein Endvideo gab, in dem Blizzard eine aufwendige Filmsequenz geboten hat. Das hält den Spieler zwar näher an der Kampagne, doch würde ich bar StarCraft 2 die genialen Zwischensequenzen vermissen, die zu sehen in StarCraft 1 enorm viel Spaß gemacht hat. Dort gab es auch schon Ingame-Gespräche zwischen den Charakteren aber zwischen den Missionen gab es auch ab und an ein schönes Video und ich fände es genial, wenn sie das auch bei StarCraft 2 wieder einführen könnten. Natürlich bedeutet das einen erheblichen Mehraufwand, aber ich glaube damit würden sie die Herzen der meisten StarCraft Spieler beglücken können und einen zusätzlichen Anreiz zur Kampagne bieten (Ich habe beim Spielen der Kampagne in StarCraft auch immer schnell das nächste Video hergesehnt, dass alle 3 Level auftauchte ^^).
Kommen wir aber von den schon angekündigten Ingame-Videos zu dem, was sie überhaupt darstellen: Helden. Ein sehr umstrittenes Thema sind die Helden in Mehrspielerschlachten und da kann ich mich nur der Fraktion anschließen, die absolut dagegen ist. Dies soll hier allerdings nicht das Thema sein. Die Frage ist viel mehr: Was machen Helden in StarCraft 2 aus? Welche Rolle werden sie in der Kampagne einnehmen? Fragen, auf die Blizzard uns noch eine Antwort geben muss.
In StarCraft hatten Helden allgemein primär einen Namen, der sie grundsätzlich von den anonymen Einheiten unterschied, die sie mit gleichem Aussehen umgaben. Man konnte von rein optischen her keine Unterschiede zwischen Helden und normalen Einheiten finden. Vorteile gegenüber anderen Einheiten hatten Helden aber dadurch, dass einerseits ihr Anzeigebild einen verstärkten Rand hatte, wenn man sie in einer Gruppe markiert hatte und somit konnte man sie immer leicht erkennen und andererseits hatten sie stark verbesserte Werte und konnten somit viel mehr aushalten als normale Einheiten. Dies ist wohl bei allen Spielen, in denen Helden vorkommen, so und überrascht ja auch niemanden. Zusätzliche Fähigkeiten hatten StarCraft Helden allerdings nicht. Nun hat Blizzard jedoch schon verlauten lassen, dass die Helden der Kampagne mit zusätzlichen Fähigkeiten ausgestattet werden sollen, die sie weiter von anderen Einheiten der Rasse unterscheiden.
Die Frage ist jetzt, wie sehr sich das auf das Spiel auswirkt. Wird es wie in Warcraft 3 sein, wo man mit einem einzigen Held ein ganzes Kampagnenlevel schaffen kann? Werden die Helden ein System erhalten, in dem sie in ihrem Level aufsteigen können? Genaueres dazu weiß noch niemand, allerdings bin ich stark dagegen, dass StarCraft Helden denen aus Warcraft 3 ähneln. Ein solches System würde meiner Meinung nach absolut nicht in StarCraft hereinpassen. Helden mit zusätzlichen Fähigkeiten auszustatten ist eine gute Methode, ihre Erfahrung und ihr kämpferisches Vermögen durch etwas auszudrücken, dass nicht direkt etwas mit zusätzlichen Lebenspunkten oder einem höheren Angriff zu tun hat.
Bleibt noch die Frage, welche Rolle die Helden spielen werden. In StarCraft waren die Protoss und Terraner Kampagnen dadurch geprägt, dass man mit vielen spielbaren Helden in den einzelnen Missionen konfrontiert war. Die Zerg hatten bis auf den Abschnitt, in dem man Kerrigan selber steuerte, keine Helden, sondern allenfalls etwas verbesserte Einheiten (Jägerkiller etc.) oder man hat Helden aus der Protoss und Terranerkampagne gesteuert (zumindest in Broodwar). Die Frage ist nun, wie sehr die StarCraft 2 Kampagne auf den Aktionen der Helden selber basiert. Schon im Cinematic Trailer wurde der erste terranische Held vorgestellt und das lässt darauf schließen, dass diese auch eine wichtige Rolle spielen werden. Nur ist noch nicht abzusehen, ob diese Rolle sich eher auf den Platz in den Kommandozentralen beschränkt oder sich auch auf die Schlachtfelder ausdehnt. Es ist verständlich, dass Blizzard bei der Vorstellung der Kampagne noch nicht direkt Helden im Spiel selber vorgestellt hat, da das ein Schritt sein dürfte, der zu einer sehr gespaltenen Fangemeinde führen dürfte und das nur aufgrund von vorläufigen Ankündigungen. Ich bin mir relativ sicher, dass die Helden zumindest in der Protoss und Terranerkampagne und wohl auch in der Zergkampagne aktiv im Spielgeschehen dabei sein werden, da man sonst auf Ingame-Videos verzichten müsste. Die Frage ist natürlich, wie stark der Einfluss eines Helden in einem Spiel wie StarCraft ist, wo relativ große Armeen gegen einander kämpfen. In der Kampagne kommt es meistens nicht zu derart ausgiebig großen Schlachten und somit dürften die Helden durchaus eine nicht zu verachtende Rolle spielen, aber ich glaube sie sind eher dazu da, um den Spieler eine Figur zur Identifikation zu bieten, die ihn durch die jeweilige Kampagne leitet, als dass man mit den Helden die Level alleine durchspielen können sollte. Helden im StarCraft Universum sind zu verwundbar um diesen Prinzip wirklich zu ‚entkommen’, da auch oft schon zentrale Helden getötet wurden und somit kein Held existieren sollte, der so stark ist, dass er alleine gegen alle Kämpfen kann. Das würde der Story auch ein wenig widersprechen, in der die zentralen Figuren doch sehr oft auf Probleme stoßen oder fliehen müssen.
Was schon beim der Vorstellung der Kampagne auf der BlizzCon direkt auffiel, war das auftreten von Zusatzmissionen, welches die Kampagne neben der Aufmachung noch bedeutend von der Kampagne in StarCraft unterscheidet. Die Information, die Blizzard zu den Zusatzmissionen gab, ist die, dass man durch erreichen der optionalen Ziele mehr Punkte (im Falle der Terraner mehr Geld) nach erfüllen der Mission erhält. Nur ist die Frage, wie das storytechnisch umzusetzen ist. Die Artefakte, welche das Hauptmissionsziel in der dargestellten Mission waren, sollten für Geld verkauft werden. Nur ist die Frage, wer Geld dafür bezahlen sollte, dass man mit den Terranern eine Protossbasis auslöscht. Es wundert mich ein wenig deshalb ein wenig, welche Bedeutung den Zusatzmissionen in der Kampagne angerechnet wird. In Warcraft 3 gewann man durch Zusatzmissionen weitere Einheiten/Verbündete oder erhielt spezielle Sachen für den Helden. In StarCraft 2 wird das wohl kaum so sein, da von den Zerg eher nicht bekannt ist, dass sie sonderlich viele Gefangene machen, die man befreien könnte. Außerdem sollten die Protoss auch nicht unbedingt so viele Gefangene machen und somit wäre – neben dem Erhalten von zusätzlichem Geld – die Nebenmission nicht wirklich in die Story eingebunden, was ich schade finden würde. Ich bin echt gespannt, wie Blizzard die optionalen Quests mit einer Geschichte verbindet. Das führt mich auch direkt zu der Frage, in wie fern die Zusatzmissionen denn die Hauptgeschichte beeinflussen. Die Reihenfolge, in der man die einzelnen Hauptmissionen angeht, soll ja Einfluss auf die Geschehnisse in den einzelnen Levels haben, ohne den Hauptfaden der Geschichte aber wesentlich zu beeinflussen, so ließ Blizzard auf der BlizzCon verlauten. Wenn die Zusatzmissionen aber in die Geschichte eingebunden sind, dann wäre es auch gut möglich, dass man durch das erfüllen einer Zusatzmission bei der nächsten Mission einen Vor- bzw. Nachteil erhält und das wäre natürlich überaus interessant. Diplomatische Verwicklungen spielen ja evtl. auch eine Rolle in StarCraft 2 und somit kann das zerstören einer Protossbasis als nicht sonderlich netter Akt ja im nächsten Level ein aggressiveres Verhalten der Protossstreitkräfte zur Folge haben. Ich fände diese Lösung zumindest mal eine Überlegung wert.
Allerdings kann die Umsetzung von Zusatzmissionen auch einige Probleme mit sich bringen: Sind die Zusatzmissionen nicht in die Story eingegliedert, dann führen sie nur dazu, dass man von der eigentlichen Geschichte abweicht und eine Kampagne spielt, in der es mehr um zerstörerische Elemente als um die eigentliche Handlung geht. Aber ich bin zuversichtlich, dass Blizzard sich da einiges einfallen lässt.
Sicher bin ich mir allerdings schon dabei, dass die Zusatzmissionen den Spielspaß der Kampagne sehr wahrscheinlich zu Gute kommen werden und einiges an Abwechslung und Vielfalt mit sich bringen.
Die wichtigste Frage, die es beim Spielen von StarCraft 2 aber noch zu klären gibt, wird die Frage nach der Hauptstory sein. Blizzard hat ja schon durchblicken lassen, dass man bei der Terranerkampagne sehr viel damit zu tun haben wird, Geld zu sammeln um eine Freiheitsarmee für Jim Raynor aufzustellen, damit er seinen noblen Zielen ein Stück näher kommt. Was die anderen Völker für Ziele haben werden, kann ich in keiner Weise abschätzen und darüber zu spekulieren maße ich mir auch nicht an.
Was mich allerdings auch brennend interessiert, ist die Bedeutung der Gebiete, die man einnimmt. Nach jeder abgeschlossenen Mission erweitert sich ja der eigenen Einflussbereich um diesen Planeten, so dass es sehr stark an eine Risikokarte erinnert, wo man seinen Grenzbereich erweitert und den Gegner stärker bedrängt. Die Bedeutung diese Gebiete ist allerdings noch ein Rätsel. Wird man sie Verteidigen müssen? Kontrolliert man diesen Sektor und die Planeten, die sich in ihm befinden? Gewinnt man an diplomatischen Einfluss, je größer der Bereich ist, in dem man Missionen auf Planeten ausgeübt hat? Dies sind alles Fragen, auf die ich keine Antwort kenne aber es macht mir sehr viel Spaß mir alle möglichen Szenarien darüber auszudenken.
Mein Fazit: Mit der Kampagne hat Blizzard mal wieder bewiesen, wie einfallsreich sie sind. Noch war nicht viel zu sehen aber sie haben sehr große Veränderungen zum ersten Teil gewagt und gehen meiner Meinung nach damit genau den richtigen Weg und ich bin sehr gespannt, wie sich die unzähligen Features im Spiel umsetzen lassen und die viel Freiraum dem Spieler im Endeffekt gegönnt werden.
Dann wollte ich mich im Anschluss noch mal dafür entschuldigen, dass es dieses Mal etwas länger geworden ist, aber ich wollte das Thema Kampagne nicht aufteilen, da irgendwie alles zusammenhängt und ich vermeiden wollte, dass in der evtl. aufkeimenden Diskussion dann zu viele Sachen besprochen werden und ich den Teil über diese Sachen nur nachreichen müsste. Deshalb hab ich das in einem Stück runter geschrieben und nicht auf zwei Bereiche aufgeteilt.
Ich hoffe, meine Schreibarbeit hat sich gelohnt und ich bekomme etwas Resonanz von Euch =)
Exekutor.
Links zu vorherigen Ausgaben:
Teil 1: Landschaften
Ich habe eine Umfrage gestartet, weil ich gerne wissen wollte, ob ihr meint, dass es sich überhaupt lohnt, dass ich mir die Mühe mache oder ob ich es lieber lassen sollte, weil diese langen Beiträge eh nicht auf die nötige Resonanz treffen. Also danke schon mal fürs voten =)
Zum Thema:
Nachdem Blizzard einige neue Informationen bekannt gegeben hat und sich sowohl bei den Protoss als auch bei den Terranern sehr viel zu tun scheint gehe ich in meiner zweiten Diskussion etwas auf Abstand zu bestimmten Fragen, die die Völker direkt betreffen und versuche meine Gedanken über das Thema Kampagne zu ‚Papier’ zu bringen.
Ihr werdet sehen, dass dieses Thema sehr viele Fragen mit sich bringt, da Blizzard erst wenige Informationen über die Kampagne veröffentlich hat und ich mich großteilig nur auf das auf der BlizzCon veröffentliche Video von der Kampagne beziehe. Meine Meinung und Gedanken zu vielen Bereichen werde ich zwar nennen, doch kann ich nur wenig aufgrund von Informationen durch Blizzard konkretisieren.
Wie es Tradition ist und in (fast?) allen Spielen für den PC zu finden ist, startet ein Spiel mit einem wunderschönen Video, dass mit oft sehr guter Qualität die Herzen der Spieler schneller schlagen lasst. Meistens werden schon Ausblicke in die Kampagne gegeben und der Spieler somit gleich in das Spiel eingebunden. So wird es hoffentlich auch in StarCraft 2 sein und ich bin schon gespannt, wie Blizzard versuchen wird, uns in StarCraft 2 zu empfangen. Der erste Cinematic-Trailer war ja schon sehr eindrucksvoll.
Nur was passiert, sobald man die Kampagne startet? In StarCraft 1 fing die Kampagne mit einem Eröffnungstext an und führte den Spieler so auf seinen ersten Schritt im StarCraft-Universum.
Dass das auch in StarCraft 2 der Fall sein wird bezweifle ich etwas aufgrund des technischen Fortschrittes, der zwischen den beiden Spielen liegt. Eine Einführung wird es meiner Meinung nach aber sehr wahrscheinlich geben, in der Abläufe in StarCraft und StarCraft: Broodwar erläutert werden und was in den 4 Jahren, die zwischen Broodwar und StarCraft 2 liegen, passiert ist. Am besten wäre das natürlich in einer aufwendig erstellen Videosequenz.
Warum ich dieses Thema anschneide? Ganz einfach: Wie Blizzard teilweise hat anklingen lassen, soll es in StarCraft 2 genauso wie in Warcraft 3 mehr Ingame-Sequenzen geben. So wurde in der StarCraft 1 Kampagne öfters das Spiel ‚unterbrochen’ und die Helden haben mit einander geredet und die Story vorangetrieben, so dass nicht immer nur zwischen den einzelnen Leveln etwas passieren konnte und man in den Missionen diesen speziellen Kampagnenauszug spielte. Ich denke nicht, dass Blizzard – auch gerade wegen ihrer Ankündigung – in StarCraft 2 wieder auf die alte Methode zurückfallen wird und auch bin ich relativ stark davon überzeugt, dass die Story mit einigen Ingame-Videosequenzen vorangetrieben wird. Dadurch baut sich ja auch eine Art Verbindung zwischen dem Spieler und seinen Helden auf, da er sie genauer betrachten kann und mehr in ihre Gedanken und Beweggründe eintaucht. Änderungen zu dem Warcraft 3 System scheinen für mich offensichtlich, da Blizzard die Kampagne nicht nur durch den Besprechungsraum weiterentwickeln möchte. Was genau man sich darunter vorzustellen hat, weiß ich allerdings nicht.
Mein Problem ist nun allerdings, dass in Warcraft 3 auch die Anfangssequenzen immer Ingame-Grafik besaßen und es nur ein Endvideo gab, in dem Blizzard eine aufwendige Filmsequenz geboten hat. Das hält den Spieler zwar näher an der Kampagne, doch würde ich bar StarCraft 2 die genialen Zwischensequenzen vermissen, die zu sehen in StarCraft 1 enorm viel Spaß gemacht hat. Dort gab es auch schon Ingame-Gespräche zwischen den Charakteren aber zwischen den Missionen gab es auch ab und an ein schönes Video und ich fände es genial, wenn sie das auch bei StarCraft 2 wieder einführen könnten. Natürlich bedeutet das einen erheblichen Mehraufwand, aber ich glaube damit würden sie die Herzen der meisten StarCraft Spieler beglücken können und einen zusätzlichen Anreiz zur Kampagne bieten (Ich habe beim Spielen der Kampagne in StarCraft auch immer schnell das nächste Video hergesehnt, dass alle 3 Level auftauchte ^^).
Kommen wir aber von den schon angekündigten Ingame-Videos zu dem, was sie überhaupt darstellen: Helden. Ein sehr umstrittenes Thema sind die Helden in Mehrspielerschlachten und da kann ich mich nur der Fraktion anschließen, die absolut dagegen ist. Dies soll hier allerdings nicht das Thema sein. Die Frage ist viel mehr: Was machen Helden in StarCraft 2 aus? Welche Rolle werden sie in der Kampagne einnehmen? Fragen, auf die Blizzard uns noch eine Antwort geben muss.
In StarCraft hatten Helden allgemein primär einen Namen, der sie grundsätzlich von den anonymen Einheiten unterschied, die sie mit gleichem Aussehen umgaben. Man konnte von rein optischen her keine Unterschiede zwischen Helden und normalen Einheiten finden. Vorteile gegenüber anderen Einheiten hatten Helden aber dadurch, dass einerseits ihr Anzeigebild einen verstärkten Rand hatte, wenn man sie in einer Gruppe markiert hatte und somit konnte man sie immer leicht erkennen und andererseits hatten sie stark verbesserte Werte und konnten somit viel mehr aushalten als normale Einheiten. Dies ist wohl bei allen Spielen, in denen Helden vorkommen, so und überrascht ja auch niemanden. Zusätzliche Fähigkeiten hatten StarCraft Helden allerdings nicht. Nun hat Blizzard jedoch schon verlauten lassen, dass die Helden der Kampagne mit zusätzlichen Fähigkeiten ausgestattet werden sollen, die sie weiter von anderen Einheiten der Rasse unterscheiden.
Die Frage ist jetzt, wie sehr sich das auf das Spiel auswirkt. Wird es wie in Warcraft 3 sein, wo man mit einem einzigen Held ein ganzes Kampagnenlevel schaffen kann? Werden die Helden ein System erhalten, in dem sie in ihrem Level aufsteigen können? Genaueres dazu weiß noch niemand, allerdings bin ich stark dagegen, dass StarCraft Helden denen aus Warcraft 3 ähneln. Ein solches System würde meiner Meinung nach absolut nicht in StarCraft hereinpassen. Helden mit zusätzlichen Fähigkeiten auszustatten ist eine gute Methode, ihre Erfahrung und ihr kämpferisches Vermögen durch etwas auszudrücken, dass nicht direkt etwas mit zusätzlichen Lebenspunkten oder einem höheren Angriff zu tun hat.
Bleibt noch die Frage, welche Rolle die Helden spielen werden. In StarCraft waren die Protoss und Terraner Kampagnen dadurch geprägt, dass man mit vielen spielbaren Helden in den einzelnen Missionen konfrontiert war. Die Zerg hatten bis auf den Abschnitt, in dem man Kerrigan selber steuerte, keine Helden, sondern allenfalls etwas verbesserte Einheiten (Jägerkiller etc.) oder man hat Helden aus der Protoss und Terranerkampagne gesteuert (zumindest in Broodwar). Die Frage ist nun, wie sehr die StarCraft 2 Kampagne auf den Aktionen der Helden selber basiert. Schon im Cinematic Trailer wurde der erste terranische Held vorgestellt und das lässt darauf schließen, dass diese auch eine wichtige Rolle spielen werden. Nur ist noch nicht abzusehen, ob diese Rolle sich eher auf den Platz in den Kommandozentralen beschränkt oder sich auch auf die Schlachtfelder ausdehnt. Es ist verständlich, dass Blizzard bei der Vorstellung der Kampagne noch nicht direkt Helden im Spiel selber vorgestellt hat, da das ein Schritt sein dürfte, der zu einer sehr gespaltenen Fangemeinde führen dürfte und das nur aufgrund von vorläufigen Ankündigungen. Ich bin mir relativ sicher, dass die Helden zumindest in der Protoss und Terranerkampagne und wohl auch in der Zergkampagne aktiv im Spielgeschehen dabei sein werden, da man sonst auf Ingame-Videos verzichten müsste. Die Frage ist natürlich, wie stark der Einfluss eines Helden in einem Spiel wie StarCraft ist, wo relativ große Armeen gegen einander kämpfen. In der Kampagne kommt es meistens nicht zu derart ausgiebig großen Schlachten und somit dürften die Helden durchaus eine nicht zu verachtende Rolle spielen, aber ich glaube sie sind eher dazu da, um den Spieler eine Figur zur Identifikation zu bieten, die ihn durch die jeweilige Kampagne leitet, als dass man mit den Helden die Level alleine durchspielen können sollte. Helden im StarCraft Universum sind zu verwundbar um diesen Prinzip wirklich zu ‚entkommen’, da auch oft schon zentrale Helden getötet wurden und somit kein Held existieren sollte, der so stark ist, dass er alleine gegen alle Kämpfen kann. Das würde der Story auch ein wenig widersprechen, in der die zentralen Figuren doch sehr oft auf Probleme stoßen oder fliehen müssen.
Was schon beim der Vorstellung der Kampagne auf der BlizzCon direkt auffiel, war das auftreten von Zusatzmissionen, welches die Kampagne neben der Aufmachung noch bedeutend von der Kampagne in StarCraft unterscheidet. Die Information, die Blizzard zu den Zusatzmissionen gab, ist die, dass man durch erreichen der optionalen Ziele mehr Punkte (im Falle der Terraner mehr Geld) nach erfüllen der Mission erhält. Nur ist die Frage, wie das storytechnisch umzusetzen ist. Die Artefakte, welche das Hauptmissionsziel in der dargestellten Mission waren, sollten für Geld verkauft werden. Nur ist die Frage, wer Geld dafür bezahlen sollte, dass man mit den Terranern eine Protossbasis auslöscht. Es wundert mich ein wenig deshalb ein wenig, welche Bedeutung den Zusatzmissionen in der Kampagne angerechnet wird. In Warcraft 3 gewann man durch Zusatzmissionen weitere Einheiten/Verbündete oder erhielt spezielle Sachen für den Helden. In StarCraft 2 wird das wohl kaum so sein, da von den Zerg eher nicht bekannt ist, dass sie sonderlich viele Gefangene machen, die man befreien könnte. Außerdem sollten die Protoss auch nicht unbedingt so viele Gefangene machen und somit wäre – neben dem Erhalten von zusätzlichem Geld – die Nebenmission nicht wirklich in die Story eingebunden, was ich schade finden würde. Ich bin echt gespannt, wie Blizzard die optionalen Quests mit einer Geschichte verbindet. Das führt mich auch direkt zu der Frage, in wie fern die Zusatzmissionen denn die Hauptgeschichte beeinflussen. Die Reihenfolge, in der man die einzelnen Hauptmissionen angeht, soll ja Einfluss auf die Geschehnisse in den einzelnen Levels haben, ohne den Hauptfaden der Geschichte aber wesentlich zu beeinflussen, so ließ Blizzard auf der BlizzCon verlauten. Wenn die Zusatzmissionen aber in die Geschichte eingebunden sind, dann wäre es auch gut möglich, dass man durch das erfüllen einer Zusatzmission bei der nächsten Mission einen Vor- bzw. Nachteil erhält und das wäre natürlich überaus interessant. Diplomatische Verwicklungen spielen ja evtl. auch eine Rolle in StarCraft 2 und somit kann das zerstören einer Protossbasis als nicht sonderlich netter Akt ja im nächsten Level ein aggressiveres Verhalten der Protossstreitkräfte zur Folge haben. Ich fände diese Lösung zumindest mal eine Überlegung wert.
Allerdings kann die Umsetzung von Zusatzmissionen auch einige Probleme mit sich bringen: Sind die Zusatzmissionen nicht in die Story eingegliedert, dann führen sie nur dazu, dass man von der eigentlichen Geschichte abweicht und eine Kampagne spielt, in der es mehr um zerstörerische Elemente als um die eigentliche Handlung geht. Aber ich bin zuversichtlich, dass Blizzard sich da einiges einfallen lässt.
Sicher bin ich mir allerdings schon dabei, dass die Zusatzmissionen den Spielspaß der Kampagne sehr wahrscheinlich zu Gute kommen werden und einiges an Abwechslung und Vielfalt mit sich bringen.
Die wichtigste Frage, die es beim Spielen von StarCraft 2 aber noch zu klären gibt, wird die Frage nach der Hauptstory sein. Blizzard hat ja schon durchblicken lassen, dass man bei der Terranerkampagne sehr viel damit zu tun haben wird, Geld zu sammeln um eine Freiheitsarmee für Jim Raynor aufzustellen, damit er seinen noblen Zielen ein Stück näher kommt. Was die anderen Völker für Ziele haben werden, kann ich in keiner Weise abschätzen und darüber zu spekulieren maße ich mir auch nicht an.
Was mich allerdings auch brennend interessiert, ist die Bedeutung der Gebiete, die man einnimmt. Nach jeder abgeschlossenen Mission erweitert sich ja der eigenen Einflussbereich um diesen Planeten, so dass es sehr stark an eine Risikokarte erinnert, wo man seinen Grenzbereich erweitert und den Gegner stärker bedrängt. Die Bedeutung diese Gebiete ist allerdings noch ein Rätsel. Wird man sie Verteidigen müssen? Kontrolliert man diesen Sektor und die Planeten, die sich in ihm befinden? Gewinnt man an diplomatischen Einfluss, je größer der Bereich ist, in dem man Missionen auf Planeten ausgeübt hat? Dies sind alles Fragen, auf die ich keine Antwort kenne aber es macht mir sehr viel Spaß mir alle möglichen Szenarien darüber auszudenken.
Mein Fazit: Mit der Kampagne hat Blizzard mal wieder bewiesen, wie einfallsreich sie sind. Noch war nicht viel zu sehen aber sie haben sehr große Veränderungen zum ersten Teil gewagt und gehen meiner Meinung nach damit genau den richtigen Weg und ich bin sehr gespannt, wie sich die unzähligen Features im Spiel umsetzen lassen und die viel Freiraum dem Spieler im Endeffekt gegönnt werden.
Dann wollte ich mich im Anschluss noch mal dafür entschuldigen, dass es dieses Mal etwas länger geworden ist, aber ich wollte das Thema Kampagne nicht aufteilen, da irgendwie alles zusammenhängt und ich vermeiden wollte, dass in der evtl. aufkeimenden Diskussion dann zu viele Sachen besprochen werden und ich den Teil über diese Sachen nur nachreichen müsste. Deshalb hab ich das in einem Stück runter geschrieben und nicht auf zwei Bereiche aufgeteilt.
Ich hoffe, meine Schreibarbeit hat sich gelohnt und ich bekomme etwas Resonanz von Euch =)
Exekutor.
Links zu vorherigen Ausgaben:
Teil 1: Landschaften