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Jahrelang hat Blizzard geschwiegen. Kein Wort zu den Arbeiten an StarCraft 2 drang nach außen, keine Informationen dazu, ob man jemals erfährt, was aus Duran und den Hybriden oder Artanis und den Protoss wird. Es gab Bücher, aber die haben zunächst nur die Inhalte der StarCraft-Kampagne unterfüttert und die Handlung aus anderer Perspektive erzählt. Das, so wird jetzt offen von Blizzard zugegeben, war ganz bewusst so, denn man wollte gar nicht erst den Verdacht aufkommen lassen, es würde vielleicht an einem Nachfolger gebastelt.

Einige werden jetzt einwenden: Da war doch noch etwas, nämlich StarCraft: Ghost. Chris Metzens leicht ironische Antwort darauf: „We don't talk about Ghost!” Dann tat er es aber doch, zumindest ein bisschen. Obwohl die Ghost-Story nie wirklich enthüllt wurde, gab es Pläne für einen interessanten Bösewicht, dem sich Nova entgegenstellt. Allerdings sollten die großen galaktischen Zusammenhänge allenfalls gestreift werden, so dass es sich hier in gewisser Weise um einen ganzen eigenen Aspekt handelt, getrennt von StarCraft und StarCraft 2. Nachdem nun Ghost auf unbestimmte Zeit auf Eis liegt, soll die Geschichte unter Umständen in Büchern erscheinen, um sie den Fans nicht gänzlich vorzuenthalten. Und vielleicht, aber nur vielleicht, kommt Nova doch noch zu einem kleinen Auftritt in StarCraft 2. Versprechen wollten Metzen und Chambers da aber nichts.

StarCraft 2 soll an Broodwar anknüpfen und es wurde ausdrücklich betont, dass man sich sehr genau das Ende von Broodwar in Erinnerung gerufen hat, um keine Widersprüche zu erzeugen. Wie schon bekannt spielt StarCraft 2 ganze 4 Jahre nach dem Ende von Broodwar. Da drängt sich natürlich die Frage auf, was in dieser Zeit passiert ist. Es wurde viel spekuliert und nun gibt es erste Antworten:

  • Imperator Mengsk hat es geschafft seine Liga wieder aufzubauen. Schon beim Sturz der Konföderation gelang es ihm sich geschickt als Freiheitskämpfer in Szene zu setzen und die Medien für sich zu nutzen. Das hat er nun konsequent fortgesetzt und dabei auch versucht Jim Raynor und dessen Anhänger, die sich bekanntlich von ihm abgewandt haben, zu marginalisieren. Seine einzige wirkliche Sorge ist ein Angriff von Kerrigans Truppen, die seiner Liga wahrscheinlich nach wie vor jeder Zeit ein Ende bereiten können. So hat Mengsk in den vier Jahren eine gewisse Paranoia im Bezug auf Kerrigan entwickelt. Mengsk hat außerdem einen Sohn, Valerian, den er lange aus Angst vor Racheakten verborgen gehalten hat. Dieser aus dem Buch „Firstborn” bekannte Charakter wird in StarCraft 2 eine Rolle spielen und es bleibt abzuwarten, ob der Sohn sich wie der Vater zu einem tyrannischen Nachwuchs-Diktator oder vielleicht in eine ganz andere Richtung entwickelt.
  • Jim Raynor, laut Metzen manchmal „der einzig ehrliche Mensch im Universum”, hatte weniger Glück. Nach einem fast verlorenen Kampf gegen Mengsk, streift er mit der Hyperion und seinen Truppen durch den Sektor, um an Geld zu kommen, denn seine Leute haben schon lange keines mehr bekommen. Immerhin sein Kapitän der Hyperion, Matt Warner, glaubt an Jim und seine Ideale, wobei dieser selbst sich nicht mehr ganz dran hält. Raynor hat begonnen zu trinken und tut das auch etwas zu oft. Er ist momentan ziemlich weit unten, aber - das verspricht und Metzen - dort wird er nicht bleiben. Dahinter stecke, so Metzen weiter, auch der Gedanke, dass Raynor eigentlich nur ein ganz normaler Mensch sei und es ausgerechnet ein einzelner Mensch ist, der in einem Universum der großen Mächte am Ende den Unterschied macht.
  • Nicht allzu viele Informationen gibt es zu den Zerg. Kerrigan, nach Broodwar die Königin der mächtigsten Streitmacht im Koprulu-Sektor, hat sich nach Char zurückgezogen, doch warum? Es ist ruhig um sie geworden, viel zu ruhig. Man könnte durchaus von dem Gefühl eines Kalten Krieges reden, das sich im Sektor verbreitet hat. Doch rüsten wirklich alle nur auf? Es klang durch, dass Kerrigan beschäftigt ist, beschäftigt mit einer anderen Bedrohung, doch welche das ist, bleibt Spekulation.
  • Die Protoss haben in den vier Jahren einen schwierigen Vereinigungsprozess durchgemacht, der noch lange nicht völlig abgeschlossen ist. Mit dem Verlust von Aiur mussten die überlebenden Flüchtlinge ausgerechnet auf der Heimatwelt der „gefallenen Brüder” ihr Dasein fristen. Es ist schwer für beide Seiten nach Jahrhunderten zusammen zu finden, und obwohl Artanis alles versucht dies zu erreichen, sind sie vom sozialen Gefüge eher in das Stammeszeitalter zurückgefallen. So gibt es beispielsweise Strömung, die bar jeder strategischen Lage die sofortige Rückeroberung Aiurs fordern und damit Artanis zu schaffen machen. Zeratul könnte hier ein bindendes Element darstellen, doch er ist seit dem Ende von Broodwar verschwunden. Nach der Entdeckung der Hybriden durchstreift er die Galaxis auf der Suche nach Antworten. Er wird diese schließlich finden und als er langsam eine Vorstellung vom ganzen Ausmaß dessen kriegt, was bevorsteht, stellt sich die bange Frage, ob es nicht zu spät ist, um Einfluss auf diese Dinge zu nehmen.
Die Kampagne wird mit diesem Hintergrund die Geschichte fortführen und dabei also wie man sieht, auch auf die Dunkle-Templer-Trilogie Bezug nehmen, die Buchreihe, die derzeit in der Mache und deren erstes Buch „Firstborn” bereits veröffentlicht ist. Die Kampagne wird auch auf die Xel'Naga, die Hybriden und die Frage, ob es ein größeres Ganzes in der Ereignissen gibt, zurück kommen. Wir werden u.U. auch etwas darüber erfahren, wie sich die Geschichte der Erde und des VED weiterentwickelt hat.

Auf Nachfrage gingen Metzen und Chambers auch auf ein paar etwas technischere Aspekte ein:
  • Die Sprecher der Helden in StarCraft 2 stehen noch nicht fest. Das hat zum einen ganz praktische Gründe, weil mache bekannten Sprecher nicht mehr verfügbar sind, zum anderen wird im Entwicklerteam noch heftig diskutiert, ob man im Zweifel eher versucht Stimmen möglichst nahe an die Charaktervorstellungen der Story-Schreiber zu haben oder auf Stimmenkontinuität für die Fans setzt.
  • Die Kampagnenreihenfolge wird noch nicht verraten, es ist aber nach der Vorstellung der Terraner-Kampagne zu erwarten, dass es wohl mit dieser und der Story rund um Raynor beginnt. Das wäre dann keine Fortsetzung des bisherigen Rotationssystems, was die Reihenfolge Zerg-Protoss-Terraner voraussagen würde.
  • Trotz aller Variabilität wird es keine Alternativen Enden geben, schon weil sich das mit den auch bei den Blizzard-Entwicklern beliebten Filmsequenzen beißen würde. Entsprechend hat die Erfüllung von Nebenzielen oder das Freischalten von Extramissionen nur Auswirkungen auf den Weg, den man zum Ziel nimmt.