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Die Konföderation und die neue Welt

Die Menschen auf den drei Planeten arbeiteten daran, ihr Überleben zu sichern. Sie nannten ihre neue Heimat ‘Die neue Welt’. Keine der drei Gruppen wußte, daß es auf anderen Welten dieses Systems weitere Gruppen von Menschen gab, die, wie sie selbst auf der Suche nach lebensnotwendigen Ressourcen, über die Planeten zogen. Nachdem es für interplanetare Kommunikation keinen Grund mehr zu geben schien, wurden die Transportschiffe bis aufs letzte ausgeschlachtet, und die verschiedenen Gruppen von Terranern lebten jahrzehntelang isoliert und ohne voneinander zu wissen. Schon nach relativ kurzer Zeit gründeten die einzelnen Gruppen Tochter- Kolonien auf den jeweiligen Welten, und jede einzelne wuchs zu einer blühenden, selbstbewußten Kolonie heran. Trotzdem dauerte es fast sechzig Jahre, bis es mit einem neuen Aufschwung der Raumfahrt zu einer Wiedervereinigung der verschiedenen Kolonien kam.

Tarsonis, der größten und technologisch am weitesten fortgeschrittenen Kolonie gelang es, Subwarp-Antriebe der zweiten Generation zu entwickeln. Diese Erfindung ermöglichte es der Kolonie, die vielen öden Planeten des sie umgebenden Systems zu erforschen, und führte schließlich zur Kontaktaufnahme mit den anderen Überlebenden des ‘langen Schlafes’. Diese Wiedervereinigung war der Auslöser, daß zwischen den einzelnen Kolonien florierende Handelsrouten eingerichtet und Bündnisse abgeschlossen wurden, von denen alle profitierten. Während Tarsonis beharrlich versuchte, Umoja und Moria dazu zu bewegen, eine gemeinsame Regierung für alle Kolonien einzusetzen, wiesen die beiden anderen Kolonien diese Vorstöße jedoch ebenso beharrlich immer wieder zurück.

Die Flotten von Tarsonis setzten die Erforschung des terranischen Einflußbereichs, des Kropulu-Sektors, fort. In dieser Zeit wurden auf sieben weiteren Welten Kolonien gegründet, die schnell aufblühten und gediehen. Dadurch gelang es Tarsonis, auch seine militärische Macht in großen Schritten auszudehnen. Die tarsonischen Kolonien gründeten schließlich eine neue Regierung, die “terranische Konföderation”.

Die Kolonie auf Moria, die aufgrund der üppigen Bodenschätze auf dieser Welt als die reichste galt, fürchtete nun, daß die neue Konföderation sich möglicherweise in ihre Angelegenheiten einmischen und damit anfangen könnte, ihre lukrativen Unternehmungen zu beschneiden. Um dem zu begegnen, wurde das Kel-Morian-Kombinat gegründet, eine zwielichtige Vereinigung, die zum Ziel hatte, jede Bergbau-Gilde zu unterstützen, die durch die Konföderation unter Druck gesetzt wurde. Schnell kam es zwischen dem Kombinat und der Konföderation zu Spannungen, die zum Ausbruch der Terranischen Gilden-Kriege führten, die fast vier Jahre lang andauerten. Schließlich und endlich handelte die Konföderation mit dem Kombinat jedoch einen Friedensvertrag aus. Obwohl das Kombinat seine autonome Stellung behielt, wurden fast alle Bergbau- Gilden, die das Kombinat unterstützte, von der Konföderation annektiert.

Als die Kolonie auf Umoja erkannte, mit welcher Dreistigkeit die Konföderation ihre Position mißbrauchte, gründete sie das Protektorat von Umoja. Dabei handelte es sich um eine Art Bürgerwehr, deren Aufgabe es war, der Ausbreitung konföderierter Tyrannei entgegenzutreten. Analysen des Gilden-Krieges zeigen jedoch eindeutig, daß es der Konföderation gelungen war, sich als dominierende Kraft in den terranischen Machtstrukturen durchzusetzen. Die Macht der Konföderation wuchs weiter, und ihre sogenannten “Prospektoren” nahmen im Laufe der ungezügelten Expansion eine Welt nach der anderen in Besitz. Immer häufiger kam es zur Bildung von Piratenbanden oder radikalen Milizen, die sich den konföderierten Polizeiorganen entgegenstellten, wenn diese die Bürgerrechte mit Füßen traten. Eines der besten Beispiele für diese immer wieder aufflackernden Konflikte gegen die konföderierte Politik war die Rebellion von Korhal.

Korhal war eine der konföderierten Zentralwelten, die ursprünglich durch tarsonische Kolonisten besiedelt worden war. Korhal hatte wesentlich zum militärischen und technologischen Fortschritt der Konföderation beigetragen, doch obwohl diese Welt die Konföderation auch weiterhin unterstützte, reagierten die Bürger immer unwilliger auf das erzwungene Bündnis mit der Konföderation und auf die Bevormundung durch deren oft völlig korrupte Senatoren. Schließlich versuchte die Bürgerschaft, ihre Unabhängigkeit wiederzugewinnen, und es kam zu mehreren Aufständen gegen die vor Ort stationierten konföderierten Streitkräfte. Diese wiederum reagierten mit entsprechend drastischen Gegenmaßnahmen und verhängten den Ausnahmezustand über die Kolonie, was aber die Bevölkerung nur noch mehr aufbrachte. Die Konföderation fürchtete, daß die Auflehnung ihrer wertvollsten Kolonie wie ein Flächenbrand alle anderen Kolonien überziehen könnte. Bevor auch die anderen Kolonien den Aufstand gegen den “großen Bruder” proben würden, mußte die Krise auf Korhal beendet werden, koste es was es wolle. Die Entscheidung war ge-fallen: Es sollte ein Exempel statuiert werden, mit dem man ein für allemal den Kolonien den absoluten Führungsanspuch der Konföderation deutlich machen wollte.

Angus Mengsk, ein dynamischer korhalischer Senator, übernahm die Aufgabe, die Forderungen seiner Mitbürger zu formulieren. Deren Ruf nach Freiheit war unüberhörbar, und so erklärte Mengsk der Konföderation den Krieg. Er peitschte die Bevölkerung von Korhal auf, und in ihrer patriotischen Begeisterung gelang es den Korhaliern, alle Außenposten der Konföderation auf ihrem Planeten zu erobern. Als Mengsk schließlich die Nachricht verbreiten ließ, daß die Konföderation keine Macht mehr über Korhal ausübe und daß Korhal somit als unabhängig gelten könne, war ihm die Anerkennung und der Respekt vieler anderer Kolonien sicher, die sich in einer vergleichbaren Situation befanden.

Die Konföderation versuchte, den Schaden einzugrenzen: Die Streitkräfte wurden vom Planeten abgezogen, und die konföderierte Flotte verschwand von Korhals Himmel. Mengsk und die anderen Führer der Revolte glaubten nun, ihre Unabhängigkeit gewonnen zu haben, und feierten den Sieg über die Konföderation. Die Konföderierten wußten aber nur zu genau, daß der Verlust von Korhal das Signal für andere Kolonien sein würde, es Mengsk und den anderen Revolutionären gleichzutun. Daher planten sie, den Planeten mit subtileren Methoden wieder zurückzugewinnen.

Die Konföderation schickte drei ihrer geschicktesten Agenten und Mörder nach Korhal. Diese nur als ‘Geister’ bekannten Spezialisten sollten Mengsk und seine Anhänger auf Korhal ausschalten. Am nächsten Morgen fand man den enthaupteten Körper des Senators, seine Frau und seine Tochter, beide ebenfalls tot, auf ihrem Privatbalkon hoch oben im turmgleichen, festungsartig ausgebauten Hauptquartier. Mengsks Kopf wurde nie gefunden. Zwar nahm dieses Attentat der Revolte auf Korhal viel von ihrem Schwung, heizte das Feuer des Auf-standes jedoch im Grunde nur noch mehr an: Letztlich hatte sich die Konföderation mit dieser Aktion ihren größten und gefährlichsten Feind selbst geschaffen ...

Arcturus Mengsk, ein bekannter und etablierter konföderierter Prospektor und Geschäftsmann, nahm die Nachricht vom Tod seiner Familienmitglieder mit Bestürzung auf. Er war lange genug Prospektor gewesen, um zu wissen, welch abscheulicher Aktionen die Konföderation fähig war, um ein einmal gestecktes Ziel zu erreichen. Für Sektor-Politik hatte er sich nie besonders interessiert, und er war von den Aktivitäten seines Vaters auf Korhal, zu dem er kein sehr enges Verhältnis hatte, eher peinlich berührt denn erbaut gewesen. Aber niemals hatte er sich vorgestellt, daß seine Familie ermordet werden würde, nur um ein Exempel zu statuieren. Ihr Tod wühlte den jungen Arcturus zutiefst auf. Er brach seine vielversprechende Karriere ab und schlug statt dessen von diesem Tage an den einsamen Pfad der Rache ein.

Indem es ihm gelang, die verschiedenen militanten Gruppen um sich zu sammeln, die seinem Vater bei seinem Feldzug gegen die Konföderation geholfen hatten, schuf Arcturus eine bunt zusammengewürfelte Armee, die aber von durchaus ernstzunehmender Größe war. Verwegen griffen Mengsks Anhänger immer wieder konföderierte Basen und Installationen an. Ihrer vehementen Vernichtungswut fielen unzählige Männer, Maschinen und Ausrüstungsgüter der Konföderation zum Opfer. Als sich das Gerücht verbreitete, daß Mengsks Truppen und das umojanische Protektorat eine geheime Allianz eingegangen seien, entschloß sich die konföderierte Regierung schnell, zum endgültigen Schlag gegen die Rebellen auszuholen. Eine Salve von eintausend nuklearen Sprengköpfen der Apokalypse-Klasse wurde vom weit entfernten konföderierten Tarsonis auf Korhal abgefeuert. Über 4000000 Menschen fielen diesem gnadenlosen Angriff zum Opfer. Innerhalb eines kurzen Augenblicks verwandelte die Attacke eine blühende Welt in einen glühenden Ball schwarzen, geschmolzenen Glases.

Die Nachricht von diesem tödlichen Angriff erreichte Mengsk in seiner Geheimbasis, die sich in der Nähe der Grenze zum umonjanischen Protektorat befand. Den überlebenden Rebellen blieb wenig mehr als ihr Durst nach Rache, und so legten sie an diesem traurigen Tag ein feierliches Gelübde ab, die Konföderation um jeden Preis zu vernichten.

Arcturus und seine Anhänger nannten sich selbst die “Söhne Korhals”, und schnell wurden sie zu den meistgesuchten Männern des ganzen Sektors. Immer wieder schlugen die Söhne Korhals schnell und schmerzhaft zu und errangen so zahllose Siege über die Truppen der Konföderation. Aber bei jedem Sieg, den er im Namen der Gerechtigkeit errang, wurde Arcturus in den von der Konföderation kontrollierten Medien als größenwahnsinniger Terrorist verunglimpft. Dies führte dazu, daß die meisten Kolonien niemandem mehr helfen wollten, der mit Arcturus und seinen Leuten zu tun hatte. Trotz der schier überwältigenden Übermacht der Konföderation, trotz seines schlechten Rufs in der Öffentlichkeit und der eindeutig gegen ihn stehenden Chancen ließ Mengsk in seinem Kampf gegen die Konföderation niemals nach. Die Söhne Korhals setzten die konföderierten Streitkräfte immer wieder schachmatt und arbeiteten unablässig daran, ihr großes Ziel zu erreichen – den Sektor aus dem Würgegriff der Konföderation zu befreien.